Soft Metals – "Lenses"

Soft Metals - LensesVÖ: 19. Juli 2013
Web: myspace.com/softmetals
Label: Captured Tracks

Die Musikszene von Portland, Oregon hat in den vergangenen Jahren einige bemerkenswerte Acts hervorgebracht: STRFKR, Unkown Mortal Orchestra und zuletzt das Retro-Pop-Du Wampire. Auch Ian Hicks und Patricia Hall begegneten einander in der Stadt an der Westküste der USA und gründeten 2009 Soft Metals. Ein Jahr später veröffentlichten sie ihr selbstbetiteltes Debütalbum. Mit „Lenses“ erscheint nun der Nachfolger des Duos.

Während den Vorgänger „Soft Metals“ noch ein gewisser Lo-Fi-Charakter ausmachte, klingt „Lenses“ deutlich runder, druckvoller und ausgewogener. Das heißt jedoch nicht, dass Hall und Hicks ihre Vorliebe für alte Analog-Synthesizer aufgegeben hätten, denn auch auf „Lenses“ herrschen Old-School-Sounds vor, die stilistisch an die Elektropioniere der 70er Jahre erinnern. Diese Sounds sind es auch, die den acht Songs des Albums viel von ihrer rhythmischen Struktur geben. Agile Synthesizer-Arpeggien legen sich über schwebende Flächen und geben den Songs so den nötigen Vortrieb.

Im Kontrast dazu stehen Patricia Halls entfernt-hauchige, neblig-verhallte Vocals, die einen ruhenden Gegenpol zu den Instrumentals von Ian Hicks bilden. Diese vermeintliche Diskrepanz unterstreicht jedoch die hypnotische Wirkung, die die Tracks entwickeln. Denn Soft Metals entfalten in ihren Songs Spannungsbögen, die wie das Produkt von spontanen Sessions klingen – häufig liegt das Augenmerk auf dem Herausarbeiten und steigern von einzelnen Ideen und Themen. So ergeben sich trance-ige Passagen, für die das beste Beispiel der letzte Track des Albums, „Interobserver“, ist: Hier kaskadieren sich nach bester Art von Jean Michel Jarre repetitive Patterns ineinander und formen so die Dramatik des Stücks.

Die Stärke von „Lenses“ liegt vor allem in der Vermischung von sanften Flächen und zarten Vocals mit druckvollen Bässen und nach vorn gehenden Synthesizern. Diese Gegenüberstellung sorgt für Songs, die ihre langen Spannungsbögen meist erst im letzten Moment auflösen. Mit den verwendeten Analog-Sounds wecken Soft Metals zwar Reminiszenzen an Vergangenes, die Art und Weise, wie sie eingesetzt sind, macht „Lenses“ jedoch keineswegs altmodisch sondern zu einem zeitgemäßen, spannenden Album.

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