Washed Out – "Paracosm"

Washed Out - ParacosmVÖ: 9. August 2013
Web: washedout.net
Label: Weird World

„Washed Out“, der Künstlername, den der amerikanische Musiker Ernest Greene für sich wählte, könnte kaum passender und unpassender gleichermaßen sein. Zwar kommt sein verträumter Chillwave häufig mit blassen, zurückhaltenden Sounds daher, „ausgewaschen“ klingt das aber ganz und gar nicht. Zwei Jahre nach der Veröffentlichung seines ersten Longplayers legt Greene nun das Album „Paracosm“ nach.

„Paracosm“ ist nicht nur der Titel des Albums, sondern auch die Bezeichnung für eine ausgearbeitete, weit spannende imaginäre Parallelwelt, ein Titel, der nur passend für ein Album von Washed Out erscheint. Schon in der Herangehensweise zur Produktion von „Paracosm“ bewies Greene eine ausgesprochene Liebe zum Detail. Mehr als 50 obskure, ungebräuchliche und teilweise rare Klangerzeuger trug er im Studio zusammen, um sie auf der Platte zu verwenden. Besonders Schätze aus den frühen Tagen der Klangsynthese haben es ihm angetan, und so finden sich u.a. Geräte wie Chamberlin und Mellotron in der illustren Runde der verwendeten Instrumente.

Doch ausgefallene Instrumente machen noch kein gutes Album. Glücklicherweise hat Ernest Greene nicht nur ein Händchen für Studioequipment sondern auch für Songwriting und Sounddesign, und so kommt es, dass „Paracosm“ ein in mehrerlei Hinsicht fantastisches Stück Musik geworden ist. An allen Ecken umfließen wabernde Analogsounds den Hörer und verbreiten eine wohlige Wärme. Washed Out versteht es dabei hervorragend, Sounds gegenüberzustellen und miteinander zu verbinden. Schicht um Schicht stapelt er die Klänge besagter Instrumente übereinander und vermischt sie mit modernen Drums; hin und wieder taucht eine akustische Gitarre auf. Mag Ernest Greene auch eine Schwäche für alte Tasteninstrumente haben – anachronistisch klingt „Paracosm“ an keiner Stelle. Auch das gern verwendete Label „retro“ trifft hier nicht zu, im Gegenteil. Die Weise, auf die Greene mit den (vermeintlich) alten Sounds arbeitet, lässt sie frisch und modern wirken.

„Paracosm“ entführt in Musik gewordene Fantasiewelten. Das Album ist verträumt, klingt mal euphorisch, mal etwas wehmütig und oft luftig-schwebend. Es braucht nicht mehr als einen Song, um in Washed Outs Parakosmos einzutauchen. Bleiben wird man dort wohl allerdings länger, denn „Paracosm“ ist musikalischer Eskapismus bester Art.

Das ByteFM Album der Woche.

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