Zum 20. Todestag von Frank Zappa

Von ByteFM Redaktion, 4. Dezember 2013

Geburtstag

Frank Zappa war ein Grenzgänger zwischen den Stilen. Ein talentierter Musiker und Komponist. Ein humoristischer Texter und arbeitswütiger Künstler. Er begeisterte sowohl Rock-versessene Teenager und Hippies als auch ein Jazz- und Klassikpublikum. In seiner 35 Jahre umfassenden Karriere veröffentlichte er über 60 Alben, teils solo, teils mit seiner Band The Mothers Of Invention.

Bereits mit 18 Jahren komponierte Zappa Avantgarde-Musik für das Orchester seiner High School. Nebenher spielte er als Gitarrist und Schlagzeuger in von Rhythmn&Blues beeinflussten Bands, unter anderem zusammen mit Don Vliet, der später den Namen Captain Beefheart annahm und selbst Rockgeschichte schrieb. Neben frühen R&B liebte Zappa als Teenager harmonische Doo Wop-Platten, modernen Jazz und Komponisten Neuer Musik wie Igor Strawinski und Edgard Varèse. Zu seinem 15. Geburtstag arrangierte seine Mutter einen Anruf von Zappa an Varèse. Der Komponist war jedoch in Europa und schrieb dem jungen Zappa später einen Brief.

Gleich nach seinem Schulabschluss verdiente sich Zappa seinen Lebensunterhalt als Musiker und Komponist. Er trat in den Clubs von Los Angeles mit seiner Band The Blackouts auf und schrieb Soundtracks für B-Movies. Als seine erste Ehe 1964 in die Brüche ging, zog der Musiker in das Pal Recording Studio im Osten von Los Angeles. Hier hatte er bereits einige Male mit dem Produzenten Paul Buff, dem das Studio gehörte, gearbeitet, und selbst an Instrumenten und Aufnahmegeräten gebastelt. Wenig später kaufte er Buff den Raum ab, benannte es in Studio Z um und arbeitete an die 12 Stunden täglich.

Eine Konfrontation mit der Polizei, die Zappa in dieser Zeit erlebte, könnte als grundlegend für sein späteres Werk ausgelegt werden. Die Lokalpolizei wurde auf den schrägen Musiker aufmerksam und bat ihn „undercover“ darum, eine pornoesque Aufnahme für einen Junggesellenabschied zu machen. Als Zappa das Tape übergab, wurde er festgenommen und wegen pornografischer Arbeit angeklagt. Er verbrachte zwar nur 10 Tage im Gefängnis, verlor aber Geld und einige Aufnahmen und musste 1966 das Studio aufgeben. Mit seinen Texten und seiner Musik richtete sich Zappa oft gegen autoritäre Strukturen, gegen die Massenmedien und die konsumliebende Gesellschaft.

Mit dem Stück „Trouble Every Day“ kritisiert Zappa die rassistischen Vorgänge in den USA. In „I’m The Slime“ singt er gegen die TV-Hysterie der Gesellschaft an. Zappa ist außerdem dafür bekannt, mit viel Humor zu provozieren, zum Beispiel mit Liedern wie „Penis Dimension“, „Bobby Brown Goes Down“ und „Why Does It Hurt When I Pee?“. Zappa sagte selbst, dass ihm Texte weniger wichtig waren als die Musik an sich. Dennoch bleiben seine amüsanten, dadaistischen Werke in der Erinnerung. Doch Zappa konnte noch viel mehr als belustigen und aufzurühren. Er war ein begnadeter Musiker und versierter Rhythmusbastler.

Die Percussion- und Schlagzeugparts in seiner Musik haben schon viele MusikwissenschaftlerInnen beschäftigt. Er vereinte die kompliziertesten Spielarten, kreuzte 11/4 mit 4/4-Rhythmen, Triolen mit Quartolen und legte über all dies noch beeindruckende Melodien und Gitarrensoli, die bis zu 12 Minuten dauern konnten. Einige herausstechende Alben in seinem breiten Oeuvre sind das The Mothers of Invention-Debüt „Freak Out!“ von 1966, der Soundtrack zum Zappa-Film „200 Motels“, in dem Rock’n’Roll auf Orchesterusik und Spoken Word trifft, und „You Are What You Is“ von 1981, das erste Album, das Zappa in seinem eigenen Studio „Utility Muffin Research Kitchen“ aufgenommen hatte.

Seine Band The Mothers Of Invention hatte zwischen 1966 und 1971 über zehn verschiedene Line-Ups. Danach machte Zappa solo weiter und widmete sich vermehrt Filmmusik und avantgardistischer Komposition. 1986 nahm der Musiker das Album „Jazz From Hell“ ausschließlich mit einem Synclavier auf, eine Mischung aus Synthesizer und Sampler, und erhielt dafür zu seiner eigenen Überraschung einen Grammy. Eine seiner letzten öffentlichen Auftritte hatte Zappa 1992 in Frankfurt, wo er mit dem Ensemble Modern sein Werk „The Yellow Shark“ aufführte.

Am 4. Dezember 1993 starb Frank Zappa im Beisein seiner Frau und Kinder in Los Angeles, sein Krebs wurde zu spät erkannt. Zwei Tage später gab seine Familie diese Meldung an die Öffentlichkeit heraus: „Composer Frank Zappa left for his final tour just before 6:00 pm on Saturday“ – der Komponist sei am Samstag kurz vor 18 Uhr zu seiner letzten Tour aufgebrochen.

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Diskussionen

1 Kommentare
  1. posted by
    suppe – der Stoff zwischen HW und SW
    Dez 4, 2013 Reply

    via Zum 20. Todestag von Frank Zappa : ByteFM Blog…

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