Rob Tyner wäre heute 70 geworden

MC5
Rob Tyner (Mitte) mit MC5

MC5 war eine der ersten Bands, die das Klischee von „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“ formten. Ihre laute, brachiale Musik setze dem Folkrevival und dem Hippietum ordentlich was entgegen. An der Spitze der Band stand Rob Tyner, der energiegeladene Leadsänger und Frontmann, der sich den Mund nicht verbieten liess. Von ihm stammen die Worte „Kick out the jams, Motherfuckers!“, die in die Annalen der Popkultur eingegangen sind.

Rob Tyner, der am 12. Dezember 1944 in Michigan geboren wurde, traf Anfang der 60er in Detroit auf die Gitarristen Wayne Kramer und Fred Smith, den späteren Ehemann von Patti Smith. Gemeinsam gründeten sie MC5. Der Bandname soll eine Idee von Tyner gewesen sein. Sie waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort – mit ihren ersten Konzerten konnten MC5 eine immer größer werdende Fangemeinde mobilisieren.

Ihr Debüt „Kick Out The Jams“, ein heute legendäres Live-Album, löste 1969 eine Kontroverse aus. Das Kaufhaus Hudson’s weigerte sich, die Platte wegen der Zeile „Kick out the jams, Motherfuckers!“, die auch auf’s Cover aufgedruckt war, zu verkaufen. MC5 protestierten dagegen mit einer Zeitungsanzeige, die aus einem Foto von Rob Tyner, dem Schriftzug „Fuck Hudson’s“ und dem Logo ihres Labels Elektra bestand. Das Label entliess MC5 daraufhin aus ihrem Vertrag.

Es folgten noch zwei Platten – „Back In The USA“ und „High Time“ – ehe sich die Band Anfang der 70er auflöste. Die Musik, die sie hinterlassen hatten, war Inspirationsquelle für zahlreiche Rock-, Punk- und Garage-Bands. Rob Tyner unterhielt danach für eine Weile die Rob Tyner Band und war beteiligt an einer Platte für Veteranen des Vietnamkrieges. Im Jahr 1990 veröffentlichte er seine erste Soloplatte „Blood Brothers“, doch bevor mehr folgenden konnten, erlag Rob Tyner am 18. September 1991 einem Herzinfarkt.

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