„Nina“: nigerianischer Synth-Soul von Wayne Snow

Der nigerianische Sänger Wayne Snow in einem Screenshot aus dem Video zu unserem Track des Tages „Nina“.

Der nigerianische Sänger Wayne Snow im Video zu unserem Track des Tages „Nina“

Unser Track des Tages „Nina“ von Wayne Snow ist eine Ode an den Körper, eine Hymne auf das Tanzen. Der R&B-Pop-Song ist dementsprechend auch der Song auf dem neuen Album des nigerianischen Sängers, der am ehesten auf den Dancefloor einlädt. Es ist noch nicht einmal ein richtiger Club-Banger, aber das wäre auch ein wenig charakterfremd für Snows zweites Album. Der Künstler hat sich für seinen neuen Longplayer „Figurines“ deutlich vom Lo-Fi-Sound seines 2017er Debüts „Freedom TV“ entfernt. Die ungewöhnlichen Songstrukturen und Sound-Entscheidungen hat er zum Glück nicht im gleichen Schritt drangegeben. Nur klingen sie jetzt durchdachter und, wenn man so will, konsequenter als beim ersten Album.

„Freedom TV“ bestand über weite Strecken aus sympathisch-verwackeltem HipHop und R&B. Gelegentlich ging es auch mit gerader Bass-Drum in eine windschiefe, aber soulige Lo-Fi-House-Richtung. Manchmal sogar etwas zu lo-fi für den Club, was aber nichts machte, denn die Songs funktionierten auch so. Zum Kopfnicken oder einfach zum Hören. Ziemlich nett anzuhören sogar, aber das neue Album bedeutet einen großen künstlerischen Schritt ins nächste Level. In den aufgeräumten Arrangements ist alles an seinem Platz, aber verknüpft mit jazziger Komplexität. Darauf legt sich Snows unfassbar souliges Falsett. Das Timbre mag vielleicht gelegentlich an D’Angelo erinnern, und bestimmt hatte der US-amerikanische Musiker auch einen Einfluss. Auf Wayne Snow und eigentlich alle soulaffinen Sänger*innen nach 2000. Aber das synth-modernistische „Figurines“ ist musikalisch ein ganz anderes, eigenwilliges Biest.

Das Album „Figurines“ von Wayne Snow ist auf dem Label Roche Musique erschienen. Der Song „Nina“ daraus ist heute unser Track des Tages. Hört und seht ihn Euch hier an:

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