„Utopia Is A Colonial Project“: Indo-futuristischer Jazz von Sarathy Korwar

Pressebild des Jazz-Musikers Sarathy Korwar, dessen Stück „Utopia Is A Colonial Project“ heute unser Track des Tages ist.

Sarathy Korwar veröffentlicht im November 2022 sein Album „Kalak“ (Foto: Fabrice Bourgelle )

„Utopia Is A Colonial Project“ heißt eine neue Single des Jazz-Musikers Sarathy Korwar. Das Stück aus seinem kommenden Album „Kalak“ trägt nicht nur einen gewichtigen Titel. Auch in Text und musikalischer Form folgt es einem indo-futuristischen, antikolonialen Konzept. Dieses setzt der in Indien aufgewachsene Wahl-Londoner einem eurozentrischen Futurismus-Diskurs entgegen: „Ähnlich dem Afrofuturismus [fokussiert] der Indo-Futurismus den globalen Süden. In Südasien sehen wir unsere Beziehung zur Zukunft und zur Vergangenheit als Kreislauf. […] Die Zeit muss nicht linear fließen.“

Zum Albumkonzept inspirierte Korwar sein eigenes, zyklisches rhythmisches Notationssystem. „Mit der Zeit bildeten sich Muster heraus. Je mehr ich über ihre Symbolik nachdachte, desto deutlicher wurde, dass dies der Kern der Platte sein würde“, so der Musiker. Der Albumtitel etwa ist ein Palindrom des Hindi-/Urdu-Wortes „Kal“, das sowohl „gestern“ als auch „morgen“ bedeutet. Während Korwar Utopien „untrennbar mit der Denkweise des Siedlerkolonialismus verbunden“ sieht, sucht er nach einer alternativen Zukunftsvorstellung. In der wir die Umwelt nicht „als unbelebte Ressource[, sondern] als lebendiges, fühlendes Wesen betrachten“.

Das Album „Kalak“ von Sarathy Korwar erscheint am 11. November 2022 bei The Leaf Label. Das vorab daraus als Single ausgekoppelte Stück „Utopia Is A Colonial Project“ ist heute unser Track des Tages. Hört und seht es Euch hier an:

Das könnte Dich auch interessieren:



Deine Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.