Duftorgel Inhale
Niemand wusste, wie der Abend wirklich beginnen würde. Der Moderator – eine Stimme, die sonst durch das Programm führte war plötzlich verstummt. Krank, hieß es. Keine Stimme, kein Text, kein Plan. Aber in dieser Sendung aus Licht und Schatten, wo Klang das eigentliche Rückgrat war, schuf die Musik ihre eigene Dramaturgie.
Isolée eröffnete den Abend mit einer eleganten Architektur aus Mikrohouse – feine Linien, fast wie hauchdünnes Glas, das leise in der Luft vibrierte.
Im Zelt nebenan tanzten Bubble Love & Ross From Friends zwischen Melancholie und Euphorie. Hinter einer riesigen Leinwand schufen Unkle & Impérieux ein Cinemascope aus düsteren Samples und orchestraler Wucht. Ihre Musik: eine vertonte Erinnerung an Filme, die nie gedreht wurden.
Auf einer kleinen Bühne, zwischen Lampions und Dunst, verschmolzen Mulii & Sam Binga clubbige Rhythmen mit melancholischer Weite. Ihre Musik fühlte sich an wie eine nächtliche Autofahrten in einen Grimeclub mit Plüsch-Sesseln. Reginald Omas Mamode IV brachte den Funk – aber nicht als Retro-Geste, sondern als lebendige Verbindung von Vergangenheit und Jetzt.
Eloquent, der Dichter des gescheiterten Alltags, trat auf mit einem leichten Nicken und schwerem Wort – seine gefallenen Verse trafen, auch wenn sie flüsterten.
Neben ihm verwob SRF modulare Klangwellen zu einem wabernden Teppich, auf dem Gedanken schweben konnten. Matthew Herbert & Momoko Gill zerlegten Alltagsobjekte: Teekannen, Zeitungspapier, Essensreste – nichts war zu banal, um nicht zur Partitur zu werden. Ihre Show war Klangtheater, Kunstaktion und verhallte Tanzfläche zugleich.
In einem stillen Moment öffnete sich das Sonnenlicht für BadBadNotGood & V.C.R – Jazz traf auf Soul, improvisiert und doch geerdet.
Später in der Nacht betrat Rufige Kru mit Goldie & Submotive die Bühne – Breakbeats wie Blitze, Bässe wie Erdspalten. Die Vergangenheit des Drum ’n’ Bass wurde zur Zukunft.
Sherelle kam wie ein Gewitter: schnell, klar, emotional. Jeder Kick ein Herzschlag, jeder Break ein Schnitt. Und als alle dachten, es könne nicht intensiver werden, senkte sich ein leiser Track von Satoshi Tomiie mit einem Flimmern über die Menge.
Weitere Ausgaben von Duftorgel
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Playlist
| 1. |
Isolée / Love Algorithm (3rd Places Dub) Chopstick! (EP) / Isolée |
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| 2. |
Bubble Love & Ross From Friends / Hate Bubble Love / Scarlet Tiger |
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| 3. |
Unkle & Impérieux / Instability: Closer Than You Will Ever Be (Impérieux Remix) Instability: Closer Than You Will Ever Be (Impérieux Remix) (Single) / Songs For The Def |
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| 4. |
BXKS / Flashing Lights Flashing Lights - Single / Play Piem |
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| 5. |
BXKS / Everything One Time / Play Piem |
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| 6. |
Reek0 / StepBack2023 StepBack2023 (Single) / Pwr In Numbers x Reek0 |
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| 7. |
Mulii & Sam Binga / Rosa Parks Rosa Parks (Single) / Sam Binga |
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| 8. |
Reginald Omas Mamode IV / No Maybes No Maybes (Single) / Melting Pot Music |
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| 9. |
Elo / Fallen Fallen (Single) / Elo |
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| 10. |
Nicolas Fehr / Traum Traum (Single) / Friends With Oranges |
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| 11. |
SRF / SE14 R You Home Yet? (Single) / SRF |
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| 12. |
Matthew Herbert & Momoko Gill / Need To Run Clay / Strut Records - A Division Of K7 Music GmbH |
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| 13. |
BadBadNotGood & V.C.R / Found A Light (Beale Street) Found A Light (Beale Street) (Single) / XL Recordings Ltd / Innovative Leisure |
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| 14. |
Rufige Kru, Goldie & Submotive / People and Places Alpha Omega / Goldie Inc Ltd. / London Records Ltd. |
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| 15. |
Sherelle / Enter The Void With A Vengeance / Method 808 x WAV |
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| 16. |
Satoshi Tomiie / Fast Track (Sato Alternate Cut) Phase Space / Satoshi Tomiie |
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