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Was ist Musik Südlondon vs New Orleans

ByteFM: Was ist Musik vom 07.06.2021

Ausgabe vom 07.06.2021: Südlondon vs New Orleans

Philipp Weichenrieder in der taz über Dawn Richard:

„Den Menschen eine afrofuturistische Welt nahezubringen fällt schwer, wenn sie nicht wissen, was der ‚Afro‘-Anteil daran ist. Auf meinem Album füllt ihn meine Mutter aus.“ So bringt die US-Elektronikproduzentin und Sängerin Dawn Richard das Thema ihres aktuellen, sechsten Soloalbums auf den Punkt. Besser gesagt: ein Thema. Denn „Second Line: An Electro Revival“, so der Titel, kann nicht auf einen einzigen Aspekt reduziert werden.

Neben ihrer Mutter spielt New Orleans eine Hauptrolle in den Songs. Schon der Titel ist eine Hommage an die Stadt, in der Dawn Richard geboren wurde, aufgewachsen ist und in der sie heute wieder teils lebt. „Second Line“ bezieht sich unter anderem auf eine Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht: Damals erlaubten die Kolonialmächte, zunächst Spanien, dann Frankreich und später Großbritannien, in New Orleans versklavten Schwarzen Menschen, sonntags auf dem heutigen Congo Square gemeinsam Musik zu spielen und zu tanzen. Traditionen aus Europa und Westafrika flossen bei diesen Zusammenkünften ein, die zu Paraden mit Musik, Kostümen und Tänzen wurden und die auch bei Begräbnissen durch die Straßen zogen.“

Stefan Michalzik in der Frankfurter Rundschau über Dawn Richard:

„Schwarze Menschen“, hat Richard in einem Interview gesagt, ,,werden viel zu wenig gefeiert in der elektronischen Musik. Vor allem Frauen“. Sie wolle zeigen, dass eine Frau eine Produzentin sein und ein Album machen kann, „das verwurzelt ist in Tradition und Soul, aber wunderschön in die elektronische Welt passt“. Mit Blick auf den Song „Bussifame“ hat sie erläutert: „Das ist eben nicht der Second Line Sound der Marching Bands mit Blasinstrumenten“. Die Kadenzen und der Rhythmus entsprechen zwar denen einer Second Line. ,,Aber ich wollte hier auch noch Chicago House und Detroit-Einflüsse einbauen. Du meinst vielleicht, New Orleans herauszuhören, aber du kriegst es in einer völlig anderen Verpackung. Ich will New Orleans in die Zukunft bringen.“

Greentea Peng über ihr Debütalbum:

„Eine Erforschung des Selbsts und des Sounds. Ein Produkt, das innere sowie äußere Paradigmen verschiebt. Dieses Album bietet Heilung an (…) Es fühlt sich an… wie eine summende Biene in der Brust. Eine Vibration. Ein Jambalaya des Ausdrucks, dieses Projekt passt in kein Genre, ist nicht einfach zu verdauen.“

Leute, die sich nichts aus Bienen und Eso machen, sollte das nicht abschrecken.

Greentea Peng über Greentea Peng:

"Ich glaube, ich sehe aus wie meine Musik."

Greentea Peng sieht super aus.

Zwei Alben der Saison so far kommen von einer Schwarzen Frau aus Südlondon und einer Schwarzen Frau aus New Orleans.

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Playlist

1.  Dawn Richard / King Creole Intro
Second Line: An Electro Revival / Merge/Cargo
2.  Dawn Richard / Nostalgia
Second Line: An Electro Revival / Merge/Cargo
3.  Greentea Peng / This Sound
Man Made / Universal
4.  Greentea Peng / Make Noise
Man Made / Universal
5.  Greentea Peng / Nah It Ain´T The Same
Man Made / Universal
6.  Greentea Peng / Ghost Town
Man Made / Universal
7.  The Streets Ft. Greentea Peng / I Wish You Loved You As Much As You Loved Him
I Wish You Loved You As Much As You Loved Him / Universal
8.  Dawn Richard / Bussifame
Second Line: An Electro Revival / Merge/Cargo
9.  Dawn Richard / Jacuzzi
Second Line: An Electro Revival / Merge/Cargo
10.  Dawn Richard / Pressure
Second Line: An Electro Revival / Merge/Cargo
11.  Dawn Richard / Boomerang
Second Line: An Electro Revival / Merge/Cargo
12.  Dirty Projectors Ft. Dawn Richard / Cool Your Heart (Equiknoxx Mix)
Cool Your Heart / Domino
13.  Greentea Peng / Meditation
Man Made / Universal
14.  Greentea Peng / Jimtastic Blues
Man Made / Universal