Lea Porcelain – „Hymns To The Night“ (Album der Woche)

Bild des Albumcovers von „Hymns To The Night“ von Lea Porcelain, das unser ByteFM Album der Woche ist.

Lea Porcelain – „Hymns To The Night“ (Lea Porcelain Recordings)

„Hymns To The Night“, das Debüt von Lea Porcelain, entstand an einem besonderen Ort: nachts im Funkhaus, riesige alte Studioräume, viel Platz. Dann und wann begegnete man anderen Musikerinnen und Musikern, die grübelnd durch die weiten Flure liefen, oder sich in der hauseigenen Milchbar in ihre neuesten Kompositionen vertieften. Ein Ort, der fast utopisch klingt, ganz weit weg vom „real life“.

So empfanden es auch Julien Bracht und Markus Nikolaus, die zwei Köpfe hinter Lea Porcelain. Beim Anbruch der Dunkelheit – abseits der „Ellenbogen-Gesellschaft“ des Alltags – kamen ihnen die besten Ideen. Und so fängt „Hymns To The Night“ eine einmalige Stimmung ein: dunkle Klangfarben, aber keine Düsternis. Mehr Schweben als Schwere.

Musikalisch knüpft „Hymns To The Night“ an Wave Pop und die New Romantics an, aber auch an aktuelle Clubmusik. So wie The Cure in „Plainsong“ zelebrieren Lea Porcelain in „Warsaw Street“ den Wehmut, kosten im „Streets-Of-Philadelphia“-Cover den schönen Glanz der Traurigkeit aus. „Sad!“? – nein! Der legendäre Club Robert Johnson in Offenbach am Main war schließlich der Ort, an dem sich Julien Bracht (an den Reglern) und Markus Nikolaus (auf dem Dancefloor) kennengelernt haben.

Und zum Feiern gehört immer ein Stück Irrsinn und Angriffslust. Das nimmt auf „Hymns To The Night“ natürlich auch einen Platz ein, zum Beispiel im surrend-treibenden „Out Is In“. Zwischen Afterhours am Mainufer und Studionächten im alten DDR-Palast haben Lea Porcelain so mit „Hymns To The Night“ ihren eigenen umnachteten Sound gefunden.

Veröffentlichung: 16. Juni 2017
Label: Lea Porcelain Recordings

Das könnte Dich auch interessieren:

  • Rodrigo Amarante – „Drama“ (Album der Woche)
    „Drama“, das zweite Soloalbum des Brasilianers Rodrigo Amarante, ist ein meisterhafter Balanceakt zwischen Tropicália und Psych-Pop, das in einer gerechten Welt diesen Sommer in jedem Wohnzimmer aufgelegt werden sollte. ...
  • Mykki Blanco – „Broken Hearts & Beauty Sleep“ (Album der Woche)
    Mykki Blanco fürchtet weder Cops noch Kitsch, wie die neun subversiv-poppigen Lovesongs von „Broken Hearts & Beauty Sleep“ demonstrieren. Das ByteFM Album der Woche. ...
  • ShitKid – „Sort Stjerne!“ (Rezension)
    Åsa Söderqvist hat die Indie-Rock-Karriere in nur fünf Jahren durchgespielt. Auf der Raritätensammlung „Sort Stjerne!“, dem Finale ihres Projekts ShitKid, zeigt die Schwedin ein letztes Mal ihr einzigartiges Sludge-Pop-Handwerk. ...


Deine Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.