22.09.: What we want: Volkslieder und verdammt krasse Videos

Die heutige Presseschau: Die brachiale Rodung des popkulturellen Mischwalds, das Sahnehäubchen auf einem mit Kirschen gepimpten Vanilleeis, die Flasche Vital-Mineralwasser mit dem Extra-Prozentpunkt Sauerstoff. We want Volkslieder und verdammt krasse Videos.

Pop wird politisch! Na endlich. In einem Video äußert sich Lady Gaga öffentlich zur Diffamierung von homosexuellen Soldaten in der US Army, die durch die so genannte „Don’t Ask Don’t Tell“-Regelung daran gehindert werden über Ihre Neigungen zu sprechen. Gaga ruft dazu auf, die Grundlagen der amerikanischen Verfassung zu achten: Welt Online: „In einem Land, in dessen Verfassung Demokratie, Toleranz und die Freiheit, so zu leben, wie man will, festgeschrieben sind, ist es eine Schande, Menschen dafür schlecht zu behandeln, die nichts anderes tun, als diese Prinzipien in Anspruch zu nehmen.“ Welt Online freut sich über Gagas „leidenschaftliche Erinnerung“.
Doch auch Pop-Prinzessinen sind keine Heilsbringer. Wie taz.de berichtet, verhinderte der US-Senat gestern eine Debatte zur Thematik.

Erinnert sich noch jemand an Ok Go? Ein selbstgedrehtes Amateur-Video auf Youtube ebnete Ende 2006 den Weg in die breitere popmusikalische Öffentlichkeit. Zeit nachzulegen, dachte sich die Band, engagierte ein Rudel dressierter Hunde verschiedenster couleur und drehte in 124 Versuchen ein, mal wieder, einzigartiges Low-Budget Video. Zu sehen beim NME.

Noch ein verdammt krasses Video kommt von keinem geringeren als Thom Yorke. Sein neues Projekt trägt den Namen Atoms For Peace. Der NME postet ein Video, das die Band bei einem Auftritt auf dem Fuji Rock Festival zeigt.

Vergesst, was ihr bisher gelesen habt: zu modern. Spiegel Online veröffentlicht einen Artikel über die guten alten Volkslieder. Bekannt durch Funk und Fernsehen, sind Volkslieder aus dem Alltag eines ordentlichen Altenheims nicht mehr wegzudenken. Seit jeher erfreut sich der Mensch, ob jung ob alt, an der frivolen Ausstrahlung des Altbewährten: „Volkslieder hört der Deutsche wieder gern, wie die Veröffentlichungslisten der Plattenfirmen dokumentieren.“

Oasis, Jesus And Mary Chain, My Bloody Valentine. Nur einige der Bands, die das britische Label Creation Records mit viel Drogen und gutem Gebet zu Erfolg verholfen hat. Nun wird die Geschichte des Labels verfilmt. Im Guardian spricht Gründer Alan McGee über den Film, Geldverlust und den Spirit des Labels. Und was ist der Spirit?: „Just the whole fuck you-ness.“ – yyyyeeeeeeeaaaaaaaaaaaaaaahhhh!

Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt Eric Pfeil über ein von ByteFM präsentiertes Konzert von Wilco in der Düsseldorfer Tonhalle. Für Pfeil das Konzert des Jahres: „Es gelang ihnen in einem seltenen Moment, das Finstere, das Süße, das Bittere, das Zersprengte und das Monumentale zu bündeln.“

In diesem Sinne, adé!

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