Neue Platten: Megaphonic Thrift – "Decay Decoy"

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen.

Wer? The Megaphonic Thrift sind ein Quartett aus Bergen (Norwegen). Nach dem Ende der Band Stereo 21 tat sich Richard Myklebust (Gitarre, Gesang) im Herbst 2007 eher unverbindlich mit Fredrik Vogsborg (Schlagzeug) von der Band Casiokids sowie Linn Frøkedal (Bass, Gesang) und Njål Clementsen (Gitarre) von The Low Frequency In Stereo zusammen. Aus dieser lockeren Kollaboration entwickelte sich im Laufe der Zeit dann ein ernsthaftes Bandprojekt.

Was? Nach der EP „A Thousand Years of Deconstruction“ aus dem Jahr 2009 erschien „Decay Decoy“ bereits vor rund einem Jahr in Norwegen. Nun erreicht das Debüt-Album von The Megaphonic Thrift über das Londoner Label Club AC30 den Rest von Europa, und es wird in Kürze auch in den USA veröffentlicht. Die Entstehung von „Decay Decoy“ stand zunächst unter keinem guten Stern, denn das Equipment der Band wurde vor dem Start der Aufnahmesessions bei einem Feuer zerstört, wie die Plattenfirma zu berichten weiß. Scheinbar wurde dieses frustrierende Ereignis jedoch in positive Energie umgewandelt, und mit der Unterstützung des Produzenten Jørgen Træen konnte das Album dann doch noch in dessen Duper Studio in Bergen entstehen.

Warum? SY from NY? No, it’s more like SY from NO! Die deutlichen Anklänge an Sonic Youth lassen sich zwar nicht leugnen, aber vielleicht macht dieses Album auch gerade deshalb so viel Spaß. „Decay Decoy“ ist nämlich alles andere als ein Plagiat. Der Sound der New Yorker Band dient den Norwegern offenkundig eher als Inspiration, und gepaart mit einer unbekümmerten Spielfreude, wie sie beispielsweise auch von The Low Frequency In Stereo an den Tag gelegt wird (wer diese Band schon einmal live gesehen hat, weiß was gemeint ist), gerät „Decay Decoy“ zu einem ganz eigenen Vergnügen. Man will The Megaphonic Thrift gerne glauben, dass die Songs eher spontan aus dem Augenblick heraus entstanden sind. Die hier reichlich vorhandenen Melodien wirken recht infektiös und setzen sich schnell im Kopf fest. Als Beispiele mögen hierfür „Talks Like A Weed King“, „Neues“, „Candy Sin“ oder „You Saw The Silver Line“ dienen. Der diese Melodien umgebende Lärm unterstreicht diesen Effekt sogar, und an diesem Punkt widerstehen The Megaphonic Thrift der Versuchung, sich in ausufernde Krachkaskaden à la Sonic Youth zu versteigen. Damit liefern die neun Songs auf „Decay Decoy“ nach Norwegen nun also auch dem Rest der Welt eine kurzweilige knappe Dreiviertelstunde.

Label: Club Ac30 | Kaufen

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