Neue Platten: The Building – "Building"

Von kathleenholzer, 4. November 2013

The Building - Building (Clouds Hill/Questions & Answers)The Building – „Building“ (Clouds Hill/Questions & Answers)

6,0

Mit einem Doppelalbum zu debütieren, das ist eine Ansage. The Building machen genau das. Der erste Teil von „Building“ erscheint auf Clouds Hill, der zweite Teil gleichen Namens wird bei Questions & Answers veröffentlicht und ist sowohl Ergänzung zu als auch verzerrtes Spiegelbild von Ersterem. Auf beiden Alben finden sich die gleichen Stücke in unterschiedlicher Bearbeitung – Teil eins steht den Gitarren nahe, Teil zwei den elektronischen Effekten. Gemein ist ihnen eine dezente Grundstimmung.

The Building werden selten laut. Nichts in den Songs überschlägt sich oder eckt an. Die Grundstimmung ist eine sanfte. Die Band selbst vergleicht „Building“ mit einem weißen Blatt Papier, das nicht beschrieben, sondern zu einem Origami-Modell gefaltet wurde. Da ist also viel Weiß geblieben. Auf Teil eins des „Building“-Doppels werden sachte Indierock-Klänge angeschlagen. Die Grundlage ist meist die gleiche: ein wenig Keyboard-Klimpern, eine kühle Gitarrenmelodie und eine unnahbare Männerstimme, der ein Quäntchen mehr Leben nicht geschadet hätte. Die Lieder plinkern so vor sich hin, minimalistisch und melancholisch, manchmal durchdrungen vom tiefenlastigen, eingängigen Schlagzeugspiel.

„Friendly Fire“ ist ein Lied, das auffällt – aufgescheucht von einem aufgeregten Klatschen. „Reginac“ kommt mit E-Streichern schön dramatisch daher, soweit das bei dem kaltblütigen Klanggewand möglich ist. Der zweite Teil von „Building“ bietet mehr Spannung. Die Stücke sind wiederzuerkennen, ergänzt durch elektrifiziertes Rascheln, Rauschen und Dröhnen. Es steht den Liedern gut. „Old Man“ klingt da wie eine gespenstische Kate-Bush-Reminiszenz, „Between Us“ nach einem elegischen New-Wave-Stück.

Das Debüt von The Building vermittelt den Eindruck, dass sich der Sound der Band noch drehen kann. Sie haben auf beiden Teilen des Albums viel Raum in den Stücken gelassen. Dieser Minimalismus langweilt nicht, doch die gleichen Strukturen und Ideen wiederholen sich oft. So hätte eine Symbiose von je einer Hälfte der beiden Platten womöglich besser unterhalten.

Label: Clouds Hill/Questions & Answers | Kaufen

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