Roskilde Festival: Donnerstag

©Jacob Dinsen
©Jacob Dinesen

Hildesheim, Paderborn und Trier haben eins gemeinsam: Alle haben jeweils weniger Einwohner als das dieses Wochenende im dänischen Roskilde stattfindende Roskilde Festival an Besuchern zählt.
Das Festival, das jedes Jahr Ende Juni stattfindet, bietet Platz für etwa 75.000 Besucher, die 25.000 freiwilligen Helfer nicht mitgezählt. Traditionsgemäß reist man bereits ein Wochenende vorher an, um sich auf das Festival einzustimmen.

Wir sind erst seit Donnerstagnachmittag hier, und leider leider erreicht mit uns das schlechte Wetter Roskilde. Graue Wolken ziehen auf, und für den Rest des Tages legt sich ein immer dichter werdender Nieselregenschleier über den dänischen Musikhimmel.

Der Stimmung tut das keinen Abbruch. Als pünktlich um 17 Uhr die Pforten zum Gelände geöffnet werden, stürmen die bereits zahlreich wartenden Fans auf das Areal. Das ist mit 6 Bühnen ausgestattet, dementsprechend ziemlich riesig und ohne nette, auskunftsfreudige Helfer und Lageplan wäre man ganz schön aufgeschmissen. Der durchschnittliche Festivalbesucher legt am Tag übrigens 10 Kilometer zurück, verrät uns das Roskilde-Infoheftchen. Unsere Füße können das bestätigen.

Aber zuerst tragen uns diese zum Auftritt von Tame Impala. Als die vier Jungs aus Australien die Bühne betreten, werden sie bereits frenetisch gefeiert. Leider lässt diese Begeisterung im Laufe des Auftritts etwas nach, denn die Band hat mit technischen Problemen zu kämpfen und spielt, verglichen mit der Qualität ihres Debütalbums „Innerspeaker“, ein eher durchschnittliches Set.

Anders da schon der Auftritt der Foals. Pünktlich zum Beginn der Tagesschau betritt die aus Oxford stammende Band die Bühne und spielt vor knapp 15.000 Zuschauern ein zum Teil großartiges Konzert, das vor allem von der Professionalität der vier Musiker profitierte. Das belebt jeden müden Fuß!

Ebenfalls sehr agil geht es bei den Metaldinosauriern Iron Maiden zu. 36 Jahre gibt es die Band aus London nun schon und es scheint, als ob sie nichts von ihrer Begeisterung an ihrer Musik verloren haben. Dennoch, die Begeisterung schwappt nicht auf uns über, da kann Sänger Bruce Dickinson noch so schreien. Der Gang zum vorläufigen Highlight des Festivals fällt uns dementsprechend leicht: Auf der Arena-Stage beginnt das Konzert von PJ Harvey. In einem weißen bodenlangen, ihre Akkordzither fest umarmt und mit einer Krone aus Federn im Haar betritt die Engländerin die Bühne. Oder ist es ein Heiligenschein? Unbestritten geht an diesem Abend eine bezaubernde Aura von ihr aus. Mit feinfühliger prägnanter Stimme präsentiert sie unter anderem Stücke aus ihrem neuen Album „Let England Shake“ und lässt nicht England, sondern Dänemark erzittern.

Wir begeben uns derweil zurück zum Zeltplatz, der trotz der Nähe zur Autobahn relativ ruhig gelegen ist.
Was uns morgen erwartet, lest Ihr natürlich an dieser Stelle.

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Diskussionen

Ein Kommentar
  1. posted by
    Eine Hildesheimerin
    Jul 4, 2011 Reply

    Was den Coolness-Faktor angeht, kann Hildesheim vielleicht nicht ganz mit Roskilde mithalten, was die Menschenmenge angeht aber schon (103.000 Einwohner plus 200.000 im Landkreis).

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