Savages – „Adore Life“ (Album der Woche)

Savages - „Adore Life“ (Album der Woche)

Savages – „Adore Life“ (Matador)

Mit „Silence Yourself“ rollte 2013 eine kraftvolle und ins Mark gehende Klangwelle aus London an. Savages ließ aggressiven Post-Punk aufleben, in einer Art, in dem man ihn lang nicht gehört hat. Die Rohheit von Punk verbanden sie mit einer klaren Produktion und scharfen Arrangements. Und bei aller Ruppigkeit schafften es Savages damit in die Charts von Großbritannien und den USA.

Jetzt gibt’s den Nachfolger: „Adore Life“ ist im Gegensatz zu „Silence Yourself“ ein stark affimierender Albumstitel. „Adore Life“ handelt vom nie langweilig werdenden Thema des Wandels. Es geht ums bei sich Bleiben und dabei Weiterkommen, das Erkennen von Selbstzweifeln und das darüber hinweggehen. „Love is the answer“ schließt der Pressetext. Lockerem Pop sind Savages immer noch um Lichtjahre entfernt, aber ein Quäntchen mehr Leichtigkeit verspürt man beim Hören.

Radau, Rausch und viel Moll ist bei den zehn Tracks angesagt. Das Album eröffnet mit der hohen Stimme von Jehnny Beth, Alarmbereitschaft von Sekunde 1 an („The Answer“). Dazu sägende, antreibende Gitarren, die den Sound von Savages bestimmen. Manchmal kreischen, manchmal heulen sie, das meist in Moll. Darunter der bedrohlich wummernde Bass von Ayse Hassan. Besonders eindringlich klingt Beth, wenn sie spricht oder gar rappt, wie es im rasanten, dystopischen Rock’n’Roll-Stück „T.I.W.Y.G.“ der Fall ist. Nicht weniger mächtig klingt ihr „I adore life“ im Titeltrack, der wie eine schleppende, verdrehte Powerballade daher kommt.

Savages haben schon vor drei Jahren ihren Sound gefunden und knüpfen mit „Adore Life“ perfekt ans Debüt an, halten den Hörer mit Dröhnen, Distortion und starken Rhythmen konstant nervös in einer Art, die Spaß macht.

Veröffentlichung: 22. Januar 2016
Label: Matador

Savages live, präsentiert von ByteFM:

03.03.2016 Köln – Luxor
09.03.2016 Hamburg – Knust
10.03.2016 Berlin – Berghain
11.03.2016 München – Strom

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