Neue Alben in dieser Woche (KW 01) – eine Auswahl

VA – „Funky Fräuleins 2-Female Beat,Groove,Funk in Germany 1968-1981“
VÖ: 07.01.2011
Label: Bureau b
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Der Titel der Compilation nimmt schon alles vorweg. Fast alles. Auf 17 Tracks lauschen wir funky tunes von den späten 1960ern bis in die Achtziger hinein, nicht nur mit fast überwiegend deutschen Lyrics, sondern auch noch von Frauen gesungen. Und wer genau da versucht, sich zwischen Funk und Beat abzuarbeiten, kann sich durchaus sehen lassen: So versammeln sich auf der mittlerweile zweiten Edition der Compilation unter anderem Hildegard Knef, Joy Fleming, Donna Gaines und Su Kramer. Deren Stimmen variieren in ihrer Brauchbarkeit besonders für die funkigeren Stücke auf dieser CD, die deshalb nicht zuletzt wegen ordentlicher Arrangements wohlsortierter Bigbands funktioniert- und groovt! Sollte jedoch jemand auf die Idee kommen, es handle sich hier um eine besondere feministische Empowermentstrategie, die gar schon mal etwas von Emanzipation gehört hätte, der lausche besser nicht den Texten, wenn Uschi Glas im „Mein Wochenende“ titulierten Song am liebsten mit ihrem Freund zu Hause in der romantischen Zweierbeziehung schwelgt. Und betrachte auch nicht zu lange das Cover, auf dem die mit Bodypaint verzierte nackte Dame auf Absicht und Zielgruppe der Macher der Compilation schließen lassen könnte.(sh)

The Decemberists – „The King Is Dead“
VÖ: 14.01.2011
Web: myspace
Label: Rough Trade
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Nach ihrem Album „The Hazards Of Love“ aus 2009, veröffentlichen The Decemberists jetzt ihr neustes Werk „The King Is Dead“. Während der Titel an das Erfolgsalbum der Smiths „The Queen Is Dead“ erinnern mag, verarbeitet hier die fünf-köpfige Band ganz andere Klangwerke. Die uns mittlerweile bekannten Folkelemente werden auch in diesem Longplayer aufgegriffen und mit melodischer Countrymusik verbunden. Dieser Countrysound lässt sich schnell erklären, wurden einige Songs doch in einer umfunktionierten Scheune auf einer Farm in Wisconsin aufgenommen. Neben dem Einsatz von Violine und Klavier, holten sich die Decemberists Verstärkung von Peter Buck, dem Gitaristen von R.E.M., und der Sängerin Gillian Welch. In „The King Is Dead“ spielt die Band mit akustischen Arrangements, welche im Kontrast zu ihren früheren ausgeklügelten, komplexen Werken stehen. Eine Platte für Fans der Folkmusik und angehende Country-Liebhaber. (vw)

Alien Envoy – „Nine Lives“
VÖ: 07.01.2011
Web: myspace
Label: Self Possessed
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Nick Kelley trägt nun einen neuen Namen: Als Alien Envoy hat der irische Singer/Songwriter und Filmemacher ein neues Album veröffentlicht. „Nine Lives“ ist entstanden durch Nick Kelleys „Gestation“-Projekt, in welchem Live-Gigs seit September 2009 in Whelans, Dublin aufgezeichnet wurden. Auf der Platte vertreten sind nun ausgewählte Tracks dieses Projektes in Zusammenarbeit mit musikalischen Interpreten wie Anne Scott, Joe Chester, Tim Bradshaw und Boo Hewerdine. Ruhige und folkige Gitarrenmusik wird hier und da vom Piano begleitet und kreiert so ein entspanntes Ambiente. Bei Songs wie „Untidy“ lehnt man sich zurück und vergisst fast, dass es sich um eine Live-Aufnahme handelt. Aber auch leicht rockige Tracks sind auf „Nine Lives“ zu hören. Nick Kelley möchte sich mit diesem Album neu erfinden und musikalisch experimentieren. Mit neun Live-Tracks mag er das erreicht haben. (vw)

Pandoras.Box – „Monomeet“
VÖ: 21.01.2011
Web: myspace
Label: Nois-O-Lution
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Einen besonderen Willkommensgruß für das neue Jahr hat sich das süddeutsche Quintett der Band Pandoras.Box überlegt. Sie präsentieren nämlich pünktlich zum Start ins Jahr 2011 ihr neues Album „Monumeet“. Dieses erste Album nach ihrem Debüt präsentieren Pandoras.Box auch direkt noch in einigen Shows. Pandoras.Box hat ihren Namen aus der griechischern Mythologie, denn aus der Büchse der Pandora entwichen alle Plagen der Menschheit. Genauso geheimnisvoll und gefühlvoll wie der Name der Band klingt auch ihr zweites Album. Ein bisschen Hoffnung vermischt mit Traurigkeit, Unruhe und Verzweiflung. Die mitreisende Stimmung wird durch orchestrale Streicher und weiche Klaviertöne vermittelt und mit elektronische Rhythmen untermalt. Trotz der oft recht melancholischen Melodien ist „Monomeet“ ein äußerst mitreißendes und gelungenes Album. (af)

Cake – „Showroom Of Compassion“
VÖ: 11.01.2011
Web: myspace
Label: Alternative Distribution Alliance
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Endlich, mögen sich die Cake Fans denken, erscheint das sechste Album der aus Sacramento stammenden Gruppe um John McCrea. Auf „Showroom Of Compassion“ legen sie elf Songs vor, die vielleicht nicht wirklich überraschen, aber genau das können, wofür wir Cake mögen: Einen alternativen Rocksound, der bewusst minimalistisch ist, weil er gar nicht mehr machen muss um zu überzeugen. So begegnen uns hier ab und zu mal eine Cowbell oder Handclaps in der Rhythmussektion, eine Trompete und die guten alten funky Gitarren in der harmonischen Abteilung, die bei „Moustache Man (Wasted)“ schon mal den Tänzern unter uns ein verbindliches Angebot unterbreiten. Und wer es etwas folkoristischer mag, der wird am ¾ Takt von „Boundaway“ seinen Gefallen finden. Die lange Wartezeit von sechs Jahren allerdings erklärt „Showroom Of Compassion“ nicht ganz.(sh)

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