The Decemberists – „What A Terrible World, What A …“ (Rezension)

Cover des Albums „What A Terrible World, What A Beautiful World“ der Band The Decemberists

The Decemberists – „What A Terrible World, What A Beautiful World“

„Keep Portland Weird“ ist das Motto in der größten Stadt Oregons. Ja sicher, an die texanische Stadt Austin angelehnt, und trotzdem nicht weniger gültig. In der „City of Roses“ geht man die Dinge gern etwas anders an, als es die Gepflogenheiten andernorts vorschreiben. Das gilt auch für die ansässige Musikszene, die geprägt ist vom Wirken von Sleater-Kinney, The Shins und Elliott Smith. Auch The Decemberists haben sich diesem Ansatz verpflichtet und erarbeiteten sich einen Ruf als etwas andere Folk-Band, aufwändig im Sound und mit bissigem Witz in den Zwischentönen.

Es ist ohne Frage festzustellen, dass das Quartett einen Wandel vollzogen hat. Die Alben werden erfolgreicher und sogar für einen Gastauftritt bei den Simpsons reicht der Fame mittlerweile aus. Ein Grund für die neue Massenwirkung ist sicherlich die Simplifizierung ihres Sounds. Wo sich früher die sowohl inhaltliche als auch musikalische Wucht auf den Hörer erging, halten es The Decemberists seit einigen Alben zunehmend simpler. Weniger bunt, mehr schwarz-weiß. Da passt auch der lineare Titel ihres neuen Albums „What A Terrible World, What A Beautiful World“ bestens ins Bild.

Bei der Band aus Portland liegen die Dinge nun eben etwas einfacher, folgen musikalisch eher einer Pop-Ästhetik. Allein die Gitarre hält „What A Terrible World, What A Beautiful World“ noch im Folk-Kontext. Und selbstverständlich der fantastische Sänger Colin Meloy, der jenen Zauber konserviert, der diese Band so wertvoll macht. Und keine Frage: Das bleiben sie auch. Songs wie „Philomena“ oder „Make You Better“ mögen einen anderen Anspruch haben, als frühere Werke, doch das muss man ihnen nicht vorwerfen. Man sollte dem siebten Album der Band ein wenig Zeit geben und man erkennt seinen Reiz. „What A Terrible World, What A Beautiful World“ mag für Fans des klassischen Decemberists-Sounds eine Umgewöhnung sein, ein erstklassiges Folk-Pop-Album ist es in jedem Fall.

Das könnte Dich auch interessieren:

  • Kelela – „Hallucinogen“ (Rezension)
    Man könnte es sich zur großen Aufgabe machen, über Kelelas neue EP „Hallucinogen“zu sprechen, ohne einmal den Namen FKA twigs in den Mund zu nehmen. Gelingt aber nicht, denn so ähnlich wie diese beiden schillernden R&B-Köpfe zu sein scheinen - ihr Unterschied wird zum interessanten Moment....
  • Cover des Albums Process von Sampha
    Als Produzent, zum Beispiel für Kanye West und Beyoncé, hat sich Sampha einen Namen gemacht. Mit „Process“ zeigt der Londoner, dass er eine eigene Stimme und viel Soul hat....
  • Beach House – „Depression Cherry“ (Album der Woche)
    Mit „Depression Cherry“ wollen sich Beach House aufs Wesentliche zurückbesinnen. Große-Bühnen-Bombastik, ade! Zurück zum behutsam geschichteten Dreampop. ...


Deine Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.