
Kokoroko orientieren sich am HipHop der 2000er (Foto: Kemka Ajoku)
„Closer To Me“ ist die dritte Vorabsingle zum zweiten Longplayer der britischen Band Kokoroko. Bereits im April kündigte das Londoner Kollektiv das Album „Tuff Times Never Last“ mit der Veröffentlichung des Songs „Sweetie“ an. Die LP folgt dem Debütalbum „Could We Be More“ von 2022. Bis vor Kurzem traten Kokoroko vor allem mit instrumentalen Stücken in Erscheinung. Am deutlichsten inspiriert von Afrobeat, ist das Septett jedoch offen für alle möglichen Einflüsse und Zusammenarbeiten. Mit der Trompeterin Sheila Maurice-Grey und dem Percussionisten Onome Edgeworth als Bandleader-Doppelspitze gehören Kokoroko zu den Angelpunkten der jungen, aufgeschlossenen UK-Jazz-Szene. Während Afrobeat oft das Groove-Fundament bildet, streckt die Band sich aus in Richtungen wie Spiritual Jazz, Funk oder Reggae.
Hatte die Band bislang ihre gelegentlichen Gesangsparts selbst übernommen, arbeitete sie im Oktober 2024 auf der Single „Three Piece Suit“ mit dem nigerianisch-britischen Sänger Azekel. Wie „Sweetie“ ist auch unser Track des Tages wieder ein Stück mit Gesang. Erinnert das Schlagzeugspiel an den Fela-Kuti-Drummer Tony Allen, hatte die Band vor allem US-amerikanische Vorlagen im Sinn. So ist der Song für Onome Edgeworth „im Kern eine HipHop-Nummer. Zwar wird darauf nicht gerappt, aber die Drums, das Sampling und das gesamte Feeling sind sehr HipHop-artig. Es ist wie bei den alten Common-Platten.“ Damit bezieht er sich vermutlich auf die Aufnahmen des US-Rappers Anfang der 2000er mit dem Band-Kollektiv Soulquarians. Wie schon die Vorgängersingle ist das neue Stück ein romantischer Song geworden. „Man möchte nicht immer über die Liebe schreiben, weil das alle tun“, meint Maurice-Grey. „Aber manchmal ist das einfach alles, worüber ich schreiben möchte. Warum sich also nicht darauf stürzen?“
Das Album „Tuff Times Never Last“ von Kokoroko erscheint am 11. Juli 2025 auf dem Label Brownswood Recordings. Der Song „Closer To Me“ daraus ist heute unser Track des Tages. Hört und seht ihn Euch hier an: