
Cola gaben ihrem Song, was er beim Abmischen verlangte
„Mendicant“ heißt eine neue Single der kanadischen Band Cola. Manche bezeichnen das Trio aus Montreal als Art- oder Post-Punk. Post-Hardcore träfe die Sache auch ganz gut. Zumindest erinnern ihre Songs an legendäre US-Labels wie SST Records (Black Flag, Meat Puppets, Minutemen) oder Dischord (Fugazi). Garantiert mögen die Herren auch die eine oder andere britische 80er-Post-Punk-Platte. Aber dogmatisch oder epigonisch geben sie sich nicht. In jedem Falle machen sie Songs, deren Lyrics ähnlich zentral sind wie die Musik, die irgendwie in der Punk-Geschichte verwurzelt ist. Wirklich lärmig geht man dabei nicht vor. Wichtiger als Katharsis sind interessante, aufgeräumte Songstrukturen, die Tim Darcys coolem Swagger Platz geben. Mit dem Bassisten Ben Stidworthy spielte der Sänger und Gitarrist bis 2021 bei der ähnlich gelagerten, etwas noisigeren Band Ought. Als diese sich auflöste, begannen Darcy und Stidworthy, mit dem Schlagzeuger Evan Cartwright (U.S. Girls) an neuer Musik zu arbeiten. Vermutlich schon etwas vorher, denn zeitgleich mit der Bekanntgabe der Auflösung veröffentlichten Cola ihre erste Single „Blank Curtain“.
Mitte 2022 veröffentlichte die neue Band ihr Debütalbum „Deep In View“, das Cartwright als „Experiment“ einer neuen Band beschrieb. Auf der zweiten LP „The Gloss“ wussten Cola genau, was sie wollten. Während Oughts Stücke aus ewigen Jams entstanden, schätzten Cola entspanntes, strukturiertes Songwriting. Die neue Single war schnell geschrieben, doch sie „verlangte beim Mischen förmlich nach einem weiteren Element“, erählt Darcy. „Ben probierte sich an [irischen Flöten,] die er sich hobbymäßig beibringt. Der Text setzt sich spielerisch mit einem bescheidenen Bettlerleben auseinander.“ So beschreibt er den titelgebenden Bettelmönch als „bedürfnislose Person, deren Aura darauf ausgerichtet ist, zu einer Pfeife mit dem Kopf zu nicken“. Was auch immer das bedeutet. Aber musikalisch klingt es überzeugend.
Die Single „Mendicant“ von Cola ist auf dem Label Fire Talk erschienen. Heute ist der Song unser Track des Tages. Hört und seht ihn Euch hier an: