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AfroHeat Ein Weltbürger, ein genialer Erfinder und ein Hitlieferant (26.05.2020)

ByteFM: AfroHeat vom 26.05.2020

Ausgabe vom 26.05.2020: Ein Weltbürger, ein genialer Erfinder und ein Hitlieferant

Für (und natürlich auch über) Manu Dibango, Tony Allen und Mory Kante.

Kaum ein anderer Musiker hat so viel dazu beigetragen, dass neben dem klischeehaften Bild vom „traditionellen“ Afrika, in dem Menschen in Baströckchen zu Trommelrhythmen tanzen, ein zweites entstand. In ihm war der Kontinent: weltoffen, experimentierfreudig, modern, urban. Der Saxophonist Manu Dibango schuf einen Crossover-Stil, eine Mischung aus Soul, Funk, Westafrika und Jazz, sein Stück „Soul Makossa“ landete 1973 in etlichen Charts und etablierte sich als Club-Dauerbrenner. Er selbst war über Jahrzehnte eine feste Größe im internationalen Konzertgeschehen. Im März wurde er Opfer des Virus, AfroHeat setzt ihm ein kleines Denkmal.

Ende April verstarb der bedeutendste Drummer des Kontinents: Tony Allen aus Nigeria. Im stark von Fela Kuti geprägten Afrobeat schuf er mit seinem leichtfüßigen, oft polyrhythmischen Spiel ein Gegengewicht zu den stark funk-lastigen Grooves der restlichen Band. Ende der 70er verließ er sie, ließ sich irgendwann in Paris nieder und liebte es fortan, zusammen mit Musikern aus Rock-Pop-Jazz zu experimentieren. Er starb Ende April, die Sendung bringt unter anderem etwas aus einem gerade erst veröffentlichten Album, das er vor zehn Jahren mit dem südafrikanischen Musiker Hugh Masekela einspielte.

Schließlich fiel ein alter Weggefährte Keitas dem Virus zum Opfer: Mory Kante. Seine Karriere begann in derselben Band: Mory Kante. Auch er suchte sein Glück in Europa – und hatte mehr davon als alle anderen: Sein Song „Yé Ké Ye Ké“ wurde 1988 der bis heute größte weltweite Afropop-Hit. Kante kehrte nach Westafrika zurück, erkrankte schwer, musste regelmäßig zur Behandlung nach Frankreich fliegen, doch dann machte das Virus diese Reise unmöglich. Er verstarb im Mai.

Es gibt also viel zu sagen, viel zu erzählen diesmal. Zwischendurch läuft Musik, die sich selbst erklärt, darunter ein Anti-Corona-Song von heute sowie ein 40 Jahre altes, zwischendurch vergessenes Lieblingsalbum des Moderators, produziert von, jawohl, Brian Eno in, jawohl, Ghana, das jetzt auf CD wiederveröffentlicht worden ist.

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Playlist

1.  Manu Dibango / Soul Makossa
Soul Makossa / Musidisc
2.  Tony Allen und Hugh Masekela / Thugs and Muggers
Rejoice / World Circuit
3.  Tony Allen & Jeff Mills / The Seed
Tomorrow Comes the Harvest / Blue Note
4.  Fela Ransome Kuti and The Africa 70 / Open & Close
Open & Close / Stern’s Africa
5.  Edikanfo / Something Lefeh-O
The Pace Setters / Glitterbeat
6.  Orchestre Rail Band de Bamako / Rail Band
Orchestre Rail Band de Bamako / Bärenreiter
7.  Salif Keita / Atention Corona Virus ft. Dr Keb, Gaspi, Ami Yerewolo et Robot Papito
Single / Mande Mansa Editions
8.  Mory Kante / Yé Ké Yé Ké
Akwaba Beach / Barclay
9.  Mory Kanté / Soumba
Touma / Barclay
10.  Manu Dibango / Tropical Garden
Home Made / African
11.  Grand Kallé et L’African Jazz / Docteur Nkulu Norbert
Succes des Années 50/60 / Sonodisc
12.  Manu Dibango / Senga Abele ft. C
Polysonik / Expression Records
13.  Clifford Brown and Max Roach / George’s Dilemma
Study in Brown / EmArcy
14.  Tony Allen und Hugh Masekela / Coconut Jam
Rejoice / World Circuit
15.  Edikanfo / Daa Daa Edikanfo
The Pace Setters / Glitterbeat