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Kramladen “Ain’t No Grave”: Johnny Cash – zum 10. Todestag (12.09.2013)

ByteFM: Kramladen vom 12.09.2013

Ausgabe vom 12.09.2013: “Ain’t No Grave”: Johnny Cash – zum 10. Todestag

Auf dem Coverfoto des berühmten ersten Albums der American Recordings-Serie sieht man Johnny Cash in der Pose des Düstermannes abgebildet. Am Rande eines verwilderten Kornfeldes, flankiert von zwei schwarzweißen Hunden, steht er da, ernst blickend, gewandet in einen weiten schwarzen Mantel, der fast bis zum Boden reicht. Vor ihm, auf dem Erdboden, steht aufrecht sein schwarzer Gitarrenkoffer; im Hintergrund dräuen Gewitterwolken am Himmel. Warum er bis ins hohe Alter der „man in black“ blieb, erklärte er in seiner Autobiografie von 1999 so: „Schwarz zu tragen, ist immer noch mein Symbol der Rebellion gegen den Stillstand und die Verlogenheit.“

Seit 1971, seit seinem gleichnamigen Hit, ist Johnny Cash „The Man In Black“. Er trage schwarz, singt er da, für die Armen und Unterdrückten, die Häftlinge, die Kranken und einsamen Alten, für die Leichtsinnigen, die ein Fehltritt zu Fall brachte. Und er trage schwarz mit dem Vietnamkrieg vor Augen, in Trauer um die Leben, die hätten gelebt werden können. Dieser Song und seine Aufsehen erregenden Auftritte in US-amerikanischen Haftanstalten begründeten seinen Ruf und Ruhm, der wichtigste und zugleich einer der unbequemsten Country-Sänger der USA zu sein.

Auf Teil 4 der American Recordings „The Man Comes Around“ von 2002 findet sich Johnny Cashs eindringliche Interpretation des Nine Inch Nails-Songs „Hurt“. „Ich verletzte mich heute selbst, um zu sehen, ob ich noch etwas fühle. Ich konzentrierte mich auf den Schmerz, das einzige was wirklich echt ist.“ Diese berührenden Textzeilen von Trent Reznor sang Johnny Cash mit fragiler Intensität. Mit diesem Anti-Drogen-Song verband ihn schließlich seine persönliche Erfahrung, hatte er doch selbst in den späten sechziger Jahren massiv mit seiner Drogenabhängigkeit zu kämpfen. Zeit seines Lebens konnte er sich nicht von den Zerstörungen erholen, die die Drogensucht in seinem Körper angerichtet hatte. 71-jährig starb Johnny Cash am 12. September 2003. Im Titelstück des 2010 veröffentlichten Albums „Ain’t No Grave“, dem sechsten und letzten der „Americans“-Serie, singt er mit brüchiger Inbrunst, dass kein Grab ihn unten halten könne.

Zum 10.Todestag erscheint eine neue limitierte Sonderauflage der aus fünf CDs bestehenden Box „Unearthed“ mit Outtakes und Alternativ-Versionen aus den „American Recordings“-Aufnahmen, außerdem die CD-Box „The Perfect Johnny Cash Collection“, beinhaltend 20 der wichtigsten Studio- und Live-Alben der Jahre 1959 bis 1986. In Berlin, Wien und anderswo wird rund um den 12. September mit Lesungen, Konzerten und Ausstellungen an Johnny Cash erinnert. Der Kramladen schließt sich mit einer Feierstunde an.

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Playlist

1.  L. Shankar / Darlene (Kramladen-Themamusik)
Touch Me There / Zappa Records
2.  Johnny Cash / Ain’t No Grave
American VI: Ain’t No Grave / American, Lost Highway
3.  Johnny Cash / Rusty Cage
Unchained (American Recordings II) / American Recordings
4.  Johnny Cash / Hurt
American IV: The Man Comes Around / American Recordings, Universal
5.  Johnny Cash / Solitary Man
American III: Solitary Man / American Recordings
6.  Johnny Cash / I Walk The Line
I Walk The Line / Sun Records
7.  Johnny Cash / Ring Of Fire
Ring Of Fire / CBS
8.  Johnny Cash / The Beast In Me
Live In Montreux / Eagle Records
9.  Johnny Cash / Man In Black
Man In Black / Columbia
10.  Johnny Cash / The Man Comes Around
American IV: The Man Comes Around / American Recordings, Universal
11.  Johnny Cash / San Quentin
Johnny Cash At San Quentin / CBS
12.  Johnny Cash / Meet Me In Heaven
Unchained (American Recordings II) / American Recordings