13.10.: Dichtung und Wahrheit

„Goethe!“ – the movie. Ein Film, zwei Kritiken. Philipp Stölzls „Goethe!“ kommt am Donnerstag ins Kino und erfährt schon jetzt starke Kritik. Dirk Knipphals von der taz schreibt: „Goethe darf reiten, Sprüche machen, fluchen, Sex haben, gut aussehen […] Es hätte also alles gut werden können mit „Goethe!“. Nur lässt der Film – allein schon dieses aufdringliche Ausrufezeichen im Titel! – auch kaum eine Falle aus, die für eine deutsche Kinoproduktion derzeit bereitliegen. Und das sind viele.“ Welche das sind, findet Ihr hier im ganzen Artikel.
Auch der Tagesspiegel widmet sich dem Dichter auf der Leinwand. „Philipp Stölzl […] macht den Klassiker zum Popstar. Da hat jemand den Goethe’schen Begriff von „Dichtung und Wahrheit“ offenbar gründlich missverstanden“, schreibt Jan-Schulz Ojala.

Dramatisch ging es am Wochenende auch im Düsseldorfer Schauspielhaus bei der Premiere von Elfriede Jelineks Massaker-Stück „Rechnitz (Der Würgeengel)“ zu. Die Reaktionen reichten von „großartig“ über „verstörend und verunsichernd“ bis zu „aufreißerisch“ und „brutal“. Das Oberthema: Nazis und Kannibalismus. Harter Tobak, zumindest zu viel für manche Zuschauer, deren Kragen wohl irgendwann geplatzt ist. Sie verließen schimpfend den Saal – ein älterer Herr bespuckte gar die Abendspielleiterin. Der Regisseur sieht’s trotzdem gelassen. Auf Spiegel Online erfahrt Ihr mehr.

Der Kragen ist bei Sufjan Stevens noch lange nicht geplatzt, auch wenn er die „Schnauze voll vom eigenen Hang zur Epik“ hat. Im Interview spricht Stevens über die Selbstzweifel und die Schaffenskrise, die seinem neuen Album „The Age Of Adz“ vorausgingen. Der Irish Times sagte er, vor allem sein „epischer Arbeitsansatz“ habe ihn krankgemacht. Alles Weitere ist bei der deutschen Ausgabe des Rolling Stones zu finden.

Pathos, Pathos, Pathos. So viel zum Pathos – ähnlich scheinen auch Antony and the Johnsons die Gegenwart zu kommentieren, wenn sie ihre Musik gewordenen Gefühlswallungen hineintropfen lassen wie Öl ins Wasser. „Von Humor kann beim Avantgardisten-Kollektiv aus New York zwar keine Rede sein, nirgends. Aber den Hang zum hingebungsvollen, aus der Zeit gefallenen und kontextfernen Pathos ist ihm zueigen wie das [Spaßkollektiv Monty Python] vergangener Tage.“ Eine Plattenbesprechung von Jan Freitag findet Ihr auf Zeit Online.

Weniger pathetisch, dafür unverwüstlich zeigt sich Juliette Lewis zur aktuellen Stunde – selbst ein Autounfall kann diese Frau nicht aufhalten: Am 06. Oktober wurde die Sängerin und Schauspielerin durch einen Autounfall leicht verletzt. Der Unfallfahrer beging anscheinlich nach dem Crash Fahrerflucht, bislang fehlt jede Spur von ihm. „Über ihren Twitter-Account versprüht sie jetzt als erstes Lebenszeichen fortgeschrittene digitale Selbstironie („Songs for today: the Passenger – Iggy Pop! AND I will survive- Gloria Gaynor! Lol“)“, meldet Visions.

Abschließend noch eine Meldung zu zwei Preisträgern der UK Music Video Awards: Plan B ergatterte sich für das Video zu „Prayin“ den Preis in den Rubriken „Best Pop Video“ und „Best Art Direction“. Benjamin Paul Drew alias Plan B ist auch in unseren Rezensionen mit seinem aktuellen Album „The Defamation of Strickland Banks“ auf der Magazinseite vertreten. Schaut doch mal rein. Außerdem konnte sich OK Go mit dem Video „This Too Shall Pass“ sich die Auszeichnung für „Best Video of the Year“ und „Best Rock Video“ sichern. Alle Preisträger könnt Ihr auf der Seite der Music Week nachlesen.

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