22.11.: Viel nackte Haut und ein bisschen Frauenmilch

Montag Morgen, ein beliebiger Bahnhof in einer deutschen Großstadt. Polizeibeamte mit schusssicherer Weste und umgehängtem Maschinengewehr patroullieren mit ernster Miene am Bahnsteig. Die sind für unsere Sicherheit, denkt man, und kriegt ein mulmiges Gefühl. Was soll der Terror mit dem Terror?
Ähnlich erging es auch Ranga Yogeshwar in der letzten Woche in Hamburg: Dummerweise tagten in seinem Hotel gerade die deutschen Innenminister. Warum im Stadtzentrum Hamburgs und nicht irgendwo auf See? Wäre das nicht angebrachter? Für Yogeshwar riecht das alles schwer nach Inszenierung, und so schreibt er in der taz: „Überhaupt mag ich diese Panikmache nicht. Als Naturwissenschaftler habe ich gelernt, Risiken quantitativ zu vergleichen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich von einem Auto oder einem Schäferhund getötet werde, ist weit größer, als Opfer eines Terroranschlags in Deutschland zu werden“.

Wie wär’s hingegen mit ein bisschen Anarchie? In der Welt sinniert Sven Regener über geistiges Eigentum und stellt klar: „Niemand, der unsere Musik auf seine Webseite stellt, darf sich wundern, wenn er vom Anwalt abgemahnt wird“. Oha. Denn, so Regener weiter: „Anarchie bedeutet nicht, jemanden zu beklauen.“ Grund ist das neue Element of Crime Album „Fremde Federn“, für das die Band ausschließlich Coversongs aufgenommen hat – natürlich alle korrekt nachgewiesen. Regener außerdem: „Erst wenn der letzte Code geknackt und die letzte Datei gerippt ist, werdet ihr merken, dass ihr Phil Collins nicht hören wollt!“ Wir behaupten: Manche wissen es schon vorher.

Ein Hauch von Anarchie umweht auch gerne Nathan Williams aka Wavves. Letzte Woche wurde er in Deutschland verhaftet, weil bei ihm im Tourbus Gras gefunden wurde, meldet Pitchfork. Und im Guardian berichtet Jay-Z erstmals über seine Jugendzeit in Brooklyn. Turbulent ist da wohl eher untertrieben: Jay-Z verdiente sich Geld als Drogendealer und schoss seinem Bruder in die Schulter – mit 12.

Während in den deutschen Großstädten alles in „Alarmbereitschaft“ ist, herrscht andernorts die „furchterrengende Wirklichkeit“: So zumindest titelt die taz über das Porträt der ostdeutschen Provinz, entworfen von Moritz von Uslar. Am Wochenende las der Journalist und Autor in der Stadt Zehdenick, auch „Hardrockhausen“ genannt. Die Stadt diente ihm als Vorlage für sein Buch „Deutschboden“, drei Monate wohnte er hier, um sich ein Bild zu machen. Und ein Buch zu schreiben, eine Art „teilnehmende Beobachtung“.

Der Papst lockert das Kondomverbot! In „begründeten Ausnahmefällen“ dürfe es Ausnahmen geben. Bei Twitter ist zu lesen: „Papst lockert Kondomverbot. Es sind folgende Geschmacksrichtungen erlaubt: Pansen, Knoblauch & Katzenstreu. Soll ja keinen Spass machen!“ Weitere Ausnahmen schildert jetzt.de.

Das wird den Papst nicht erfreuen: Neue Videos der Klaxons und Ariel Pink, ersteres mit viel nackter Haut und komischen Verrenkungen, zweites gedreht von Wayne Coyne und mit echter äh – Frauenmilch. Bitte schön.

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Diskussionen

0 Kommentare
  1. posted by
    24.11.: Ausverkauf : ByteFM Magazin
    Nov 24, 2010 Reply

    […] Walter wird heute nochmals der Kindheit von Jay-Z auf den Grund gehen. Wie schon in der Presseschau am Montag erwähnt, schoss Jay-Z im Alter von 12 Jahren beispielsweise seinen Bruder in die Schulter. var […]

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