27.12.: Aus alt wird neu

Liebe Leserinnen und Leser – wir hoffen Ihr hattet schöne Weihnachten. In diesem Jahr war ja vieles anders: Weiße Weihnachten, Weihnachten am Bahnhof oder wahlweise am Flughafen, Weihnachten ohne Geschenke (weil im Schnee steckengeblieben).

Am besten also, man wünscht sich gar nichts – so wie Funny van Dannen. An Weihnachten schätze er vor allem „dass das Arbeitsleben völlig zum Erliegen kommt und dass wir wieder mal alle zusammensitzen“. Nun, wie gesagt, auch das eine echte Herausforderung in diesem Jahr. Das komplette Interview findet Ihr in der taz.

Ebenfalls in der taz: Greg Gillis aka Girl Talk erzählt von seiner Art, Musik zu machen. Der Musiker aus Pittsburgh hat gerade mit „All Day“ sein fünftes Album veröffentlicht, auf dem er ausschließlich Samples anderer Musiker verwendet. Diesmal sind es 372 geworden, für die Gillis nicht eine Erlaubnis eingeholt hat. Damit bewegt er sich in einer rechtlichen Grauzone: „Natürlich hat kein Mensch Lust, vor Gericht zu gehen. Aber ich würde es definitiv tun – weil ich an das glaube, was wir tun. Dinge aus der Vergangenheit zu nutzen und daraus etwas Neues zu gestalten, ist keine böse Idee“.

Aus Vergangenem etwas Neues erschaffen, das macht auch die junge britische Sängerin Anika. Lauter Coversongs befinden sich auf ihrem Debüt, das von Geoff Barrow von Portishead produziert und von seiner Band Beak> eingespielt wurde. Dabei wurde nicht viel Aufwand auf die Produktion verwendet, es wurde einfach „losgespielt und losgesungen“. Aber dank diesem „Amateurhaften, Unverbildeten“ besitze ihre Musik einen Zauber, dem man sich nur schwer entziehen kann, behauptet die Zeit.

Vorgestern wurde Phil Spector 70 Jahre alt. Klaus Walter widmete dem Produzenten gestern eine ganze Ausgabe „Was ist Musik“, die FAZ gratuliert Spector, der wegen „versehentlichen“ Mordes an einer Schauspielerin lebenslänglich im Gefängnis sitzt. Wobei, „gratulieren“ ist wohl das falsche Wort, der Artikel liest sich fast wie ein Nachruf.

Um einen echten Nachruf kommen wir aber leider auch nicht herum: Wie Pitchfork berichtet, ist gestern die R’n’B- und Soulsängerin Teena Marie tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden. Die Todesursache ist noch unklar. Sie wurde nur 54 Jahre alt.

Zum Leben erweckt wird hingegen John Peel: Ab sofort will BBC 6 in der Morningshow fünfzehnminütige Moderationsbeiträge des verstorbenen Radio-DJs senden. Zudem soll es die Beiträge auch als Podcast geben, berichtet der Guardian.

Wikileaks-Gründer Julian Assange will seine Autobiografie schreiben. Aber was heisst hier er will, er muss: ‚Ich habe schon 200000 Pfund für Rechtsanwälte ausgegeben und muss mich selbst verteidigen und zugleich Wikileaks am Laufen halten‘ soll er der Sunday Times berichtet haben, nachzulesen bei jetzt.de. Insgesamt soll Assange für seine Autobiografie 1 Million Euro erhalten.

Zum Schluss noch ein Ausblick auf 2011: Die Flaming Lips wollen nächstes Jahr in jedem Monat einen Song veröffentlichen, berichtet der Guardian. Nach 13 Studioalben müsse einfach mal eine andere Art der Veröffentlichung her, so Wayne Coyne. Unschlüssig sei man sich aber noch, wie man die monatlichen Takes unters Volk bringe: „The dilemma is whether we’re going to release it on vinyl, cereal boxes or some of it on toys that we make.“

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