Neue Platten: Clap Your Hands Say Yeah – „Hysterical“

Von Monique Schmiedl, 10. September 2011

(Cooperative Music)(Cooperative Music)

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl aktueller Neuerscheinungen.

Wer? Clap Your Hands Say Yeah (CYHSY) sind fünf New Yorker, die Experimente lieben. Ob musikalisch oder wirtschaftlich, die Musiker sind bekannt für ihre innovativen und unkonventionellen Klänge und Arbeitsweisen. Bereits 2005 mit dem ersten selbstbetitelten Album wurde die Experimentierlatte hoch gehängt und die Band zeigte, dass man auch anders klingen und arbeiten kann. Auf dem Debüt gab es ungewöhnliche Sounds und stimmliche Wagnisse, die sich auch im zweiten Album wiederfanden. Während das erste Album noch ohne Label in mühsamer Kleinarbeit an lokale Plattendealer verteilt wurde, nahm mit wachsendem Erfolg der Platte auch das Interesse der Labels zu. Das nunmehr dritte Werk „Hysterical“ erscheint bei Cooperative Music und zeugt davon, dass der Sprung in die kommerzielle Musikwirtschaft geschafft ist.

Was? So ganz und gar überhaupt nicht hysterisch klingt die neue Platte von CSHSY. Das Album ist eine Mischung aus stimmlich leiernder Belanglosigkeit und instrumental poppiger Durchschnittlichkeit. CYHSY haben die Experimentierfreude an den Nagel gehängt, „mit bisherigen, eigenen Traditionen gebrochen und eine Art Neuanfang gewagt“ (offizielle Presseinfo). Leider heißt neu nicht immer unbedingt besser. „Hysterical“ erweckt den Eindruck, als wolle die Band endlich auch musikalisch ausdrücken, wie wenig Lust sie auf sich und die Welt hat. Die neuen Songs lassen sämtliche Freude an Musik vermissen, sie wirken dahingesungen, ja beinahe unbeteiligt vorgetragen. Sänger Alec Ounsworth verweigert sich jeglichem stimmlichen Spiel und scheint eher zu versuchen, seine Stimme als Instrument der Monotonie auf das komplette Album auszuweiten. Was als Gesamtkonzept interessant sein könnte, wirkt tatsächlich reizlos und langweilig. Für Songs wie „Misspent Youth“ kann Monotonie durchaus ein passendes Stilmittel sein, doch eingebettet in den ganzheitlichen Stimmenverlauf von „Hysterical“ verliert auch dieser Versuch.

Warum? Clap Your Hands Say Yeah haben mit ihrem neuen Platte ein Mitwipp-Album produziert, das das beiläufige Hören fördert, den aufmerksamen Hörer aber unterfordert. Anders als auf ihren bisherigen Veröffentlichungen, bei denen jedes Mal wenn die Platten angeworfen wurden, der Eindruck entstand, man höre sie zum ersten Mal, kann man bei „Hysterical“ schon nach dem zweiten Hören die Songs mitsummen. CYHSY haben sich in ihrem neuen Werk vom Experiment Musik gelöst und drohen in die Belanglosigkeit abzurutschen.

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