Nick Drake starb vor 40 Jahren

Nick Drake
Nick Drake (Foto vom Cover seines Debüts „Five Leaves Left“)

Der Regen, der Morgen, der Mond, die Blätter – die Natur ist sehr präsent in den Liedern von Nick Drake. Und entsprechend sanft und behutsam klingen seine Folksongs, die beinahe nur von einer Akustikgitarre und seiner Stimme getragen werden. Beim Hören seiner Musik fällt es nicht sofort auf, dass über dem Leben von Nick Drake ein dunkler Schatten lag.

Der Musiker, der am 19. Juni 1948 in Burma geboren wurde und in der Nähe von Birmingham aufwuchs, trat ungern live auf. Ein Konzert in Cambridge, wo er studierte, führt jedoch zu seinem Plattenvertrag. Dort sah ihn Joe Boyd, der schon The Incredible Stringband und Fairport Convention produziert hatte. Boyd sollte zu einem Mentor für Nick Drake werden. Gemeinsam nahmen sie sein Debüt „Five Leaves Left“ und den Nachfolger „Bryter Layter“ auf. Beide Platten bekamen positive Kritiken, doch der große Erfolg blieb aus.

Das zog Drake, der anfällig für Depressionen war, runter. Er hatte zuvor sein Studium abgebrochen und war nach London gezogen, wo er sich zusehends isolierte. Zu allem Unglück hatte Joe Boyd London verlassen und war nach Los Angeles gegangen. 1971 gab es aber einen Lichtblick. An zwei kalten Oktobernächten ging Nick Drake ins Studio, um das Album aufzunehmen, was Jahrzehnte später Kult wurde – „Pink Moon“. Diese Entwicklung konnte er damals nicht erahnen. Und er machte seinem Label die Vermarktung schwer – zu Interviews und Live-Auftritten ließ sich der Musiker nicht bewegen.

Nach der Veröffentlichung von „Pink Moon“ im Februar 1972 zog Nick Drake zu seinen Eltern zurück und wurde immer mehr zum Einzelgänger. Seine Schwester Gabrielle sagte später, dass damals eine bedrückende Stimmung im Haus herrschte. Am Morgen des 25. November 1974 fand seine Mutter Nick Drake leblos in seinem Bett. Er war an einer Überdosis Antidepressiva gestorben.

Bis heute ist unklar, ob sein Tod ein Unfall oder der Wunsch von Drake war. Seine Musik, im Besonderen das Album „Pink Moon“, erfuhr ab den 80er-Jahren eine Renaissance. Viele Bands und Musiker, darunter The Cure und R.E.M., nannten ihn als Einfluss. Heute gilt Nick Drake als einer der talentiertesten Folkmusiker seiner Zeit.

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