Presseschau 28.06.: Jackos Jacke

Die taz berichtet über den Slutwalk. In knapper Kleidung und deutlichen Slogans („No Means No!“) demonstrieren heute weltweit Frauen gegen sexuelle Übergriffe. Insbesondere kritisieren sie die dümmliche, aber leider bislang nicht tot zu kriegende Behauptung, Frauen in kurzen Röcken seien selbst Schuld, komme es zu sexuellen Übergriffen. In der Jungle World findet sich ein Interview mit den Mitorganisatorinnen des Berliner Slutwalks Kerstin und Sandra Grether (Parole Trixi).

Diana Riggs wolle keine Ikone sein, schreibt Spiegel Online, und fügt dann hinzu, „als ob sie sich das heute noch selbst aussuchen könnte!“ Heute ist Diana Riggs 72 Jahre alt. Sie, die der Serienheldin Emma Peel aus „Mit Schirm, Charme und Melone“ ein Gesicht gab, fehlte auf der Jubiläumsfete zum fünfzigjährigen Serienstart. Max-Peter Heyne würdigt TV-Sendung als auch die Schauspielerin als kluge Vorboten der Emanzipationsbewegung.

Lady Gaga angeklagt: Es heißt, Lady Gaga habe einen Teilerlös aus Armbändchen-Verkäufen einbehalten und entgegen ihrer Ankündigung nicht japanischen Hilfsorganisationen zukommen lassen. Auf ihrer Webseite verkaufte die Musikerin für 5 Dollar „We pray for Japan“-Armbänder. Zu den Behauptungen hat sie sich noch nicht geäußert. Der NME weiß mehr.

Vor und vielleicht auch während seines Auftritts beim diesjährigen Glastonbury Festival am vergangenen Wochenende hätte sich Bono am liebsten übergeben wollen. Das teilt uns heute der NME mit. Der Hintergrund: Der Auftritt von U2 am Freitagabend markierte das Comeback der Band nach einer einjährigen Auszeit, die sich die Musiker nach einem Rückenleiden des Bandleaders leisteten. Jetzt war Bono einfach mit den Nerven am Ende: „Whenever you see me giving up a lot of attitude that means I’m terrified. I felt like I was going to retch at the side of the stage.”

Ein bisschen mehr als schon mal Gegessenes erwarten wir uns von diesem Comeback: Sly Stone hat nach dreißig Jahren Funkstille ein neues Album angekündigt. Darauf befindlich sollen Neubearbeitungen alter Songs, aber auch bisher unveröffentlichte Tracks sein.

Dieser hier wird wohl nicht mehr zurückkommen. Zwei Jahre ist es her, dass Michael Jackson an einer Pillen-Überdosis starb, doch noch immer macht er von sich Reden. Wie die Welt vermeldet, ist seine rote Thriller-Lederjacke jetzt für 1,8 Millionen Dollar versteigert worden. Second-Hand-Klamotten stehen hoch im Kurs – in der letzten Woche kam Marilyn Monroes weißes Kleid aus „Das verflixte 7. Jahr“ für stolze 5,6 Millionen Dollar unter den Hammer. Schockierender als Jackos Jacke zum Dumping-Preis ist aber, dass er den Song „Happy Birthday, Lisa“, den er 1991 eigens für eine Simpsons-Folge schrieb, gar nicht selbst eingesungen habe. Wie der NME berichtet, musste er aus vertraglichen Gründen auf ein Double zurückgreifen.

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