Woods – „City Sun Eater In The River Of Light“ (Album der Woche)

Cover des Albums City Sun Eater In The River Of Light von WoodsVeröffentlichung: 8. April 2016
Web: woodsist.com/woods
Label: Woodsist

Woods ist einer dieser Bandnamen, die sich schlecht googeln lassen. Nach acht Alben macht das der Gruppe aus Brooklyn, New York, aber herzlich wenig aus. Die Fünf haben sehr viel mehr als Indie-Folk drauf – ein Genre, in das Woods gern gepackt werden. Im Jahr 2005 startete das Ganze als LoFi-Soloprojekt von Sänger und Gitarrist Jeremy Earl. Über die Jahre wurden ihre Songs vom Rauschen und Hall, den noisigeren Elementen, befreit und organisch angefüllt. In solch einem Maße, dass die letzte Platte „With Light And With Love“ – nebenbei bemerkt das erste im Studio aufgenommene Album – straight nach 70er-Jahre und Rootsrock klang. Das klang jedoch charmant, nicht verklärt und rückwärtsgewandt.

Trotzdem: Ein Glück, dass Woods ihre psychedelischen Spielereien und Jam-Parts im Werkzeugkoffer behalten haben. Die geben den zehn Stücken auf „City Sun Eater In The River Of Light“ ein zwielichtiges Strahlen, eine beruhigende Aura. Zum Beispiel dem leichtfüßig trippenden „Can’t See At All“ und dem vielschichtig gesponnenen Track „I See In The Dark“, bei dem Gitarren und Percussion wie ein Strudel immer größere, rauschende und blubbernde Kreise ziehen. Sonnengeküsste Unbekümmertheit verbreitet sich bei Stücken wie „Politics Of Free“ und „Creature Comfort“, bei denen Woods Prisen von West-Coast-Pop eingestreut haben. Mit „Sun City Creeps“ betritt die Band Neuland – kubanische Bläser und Anleihen von Ethio-Jazz lassen den Song angenehm schlingern.

Die Arrangements auf „City Sun Eater In The River Of Light“ führen über verschlungene Pfade, mal in vertracktes Dickicht, mal auf helle, offene Flächen. Die Platte atmet Sonne und Staub. Schön, dass sich Woods von den Classic-Rock-Momenten des Vorgängers befreit haben. Der klangliche Hybrid aus 60er-Pop, 70er-Folk und Psychedelia, der ihr neuntes Album ist, steht ihnen viel besser. Natürlich darf hier die Portion Indie-Folk-Melancholie, die Woods seit Beginn begleitet, auch nicht fehlen.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Woods“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

Woods live, präsentiert von ByteFM:

27.06.16 Berlin – Kantine am Berghain

Unser Album der Woche – mit freundlicher Unterstützung von Raumfeld.

Raumfeld-Logo

Das könnte Dich auch interessieren:

  • The KVB – „Of Desire“ (Album der Woche)
    Für ihr viertes Album sind The KVB nach Bristol gereist, um im Studio von Geoff Barrow aufzunehmen. Auf zwölf Stücken spinnen die Wahlberliner*innen Nicholas Wood und Kat Day ein zwielichtiges, sinnliches Netz aus Wave, Shoegaze, Synth-Pop und etwas Rock ’n’ Roll....
  • Isolation Berlin – „Und Aus Den Wolken Tropft Die Zeit“ (Album der Woche)
    Isolation Berlin machen Gitarrenpop über die Großstadt, in der sie leben, an der sie zerbrechen und an der sie sich hochziehen. Das Auf und Ab des Alltags, geplatzte Träume, überfordernde Schwärmereien packen sie textlich in einleuchtende Momentaufnahmen....
  • Jlin – „Black Origami“ (Rezension)
    Fokussiert, fieberhaft, präzise: Mit "Black Origami" hat die US-amerikanische Produzentin Jlin ein Album vorgelegt, auf dem sie sich als Meisterin hochkomplexer Arrangements entpuppt....


Deine Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.