Angel Olsen – „My Woman“ (Album der Woche)

Cover des Albums My Woman von Angel OlsenAngel Olsen – „My Woman“ (Jagjaguwar)

Veröffentlichung: 2. September
Web: angelolsen.com
Label: Jagjaguwar

Vor zwei Jahren spielte Angel Olsen im Rahmen des Reeperbahn Festivals in einer mittelgroßen Konzerthalle in Hamburg. Diesen Umständen war es geschuldet, dass sich das Publikum weniger aus Fans und mehr aus Convention-Besuchern und anderen, nur für ein paar Lieder reinschauenden Leuten zusammensetzte. Entsprechend unruhig war es vor der Bühne – ein ständiges Kommen und Gehen, laute Gespräche. Doch das konnte Angel Olsen nichts anhaben. Ein paar bissige Blicke konnte sie sich nicht verkneifen, aber die Show spielte sie mit Elan und bittersüßer Hingabe durch.

Das Bittersüße und das Unbeirrbare sind Angel Olsen eigen und zeichnen ihre Songs seit ihrem Debüt „Strange Cacti“ aus dem Jahr 2010 aus. Aufgewachsen in St. Louis, Missouri, waren die ersten Konzerte, die sie besuchte, die von christlichen Rockbands. Ein paar Jahre später stand sie selbst auf der Bühne und bot ihre verwunschenen, leicht schrägen Folksongs, gespickt mit alten Fingerpicking-Styles, dar. Mit „Burn Your Fire For No Witness“ rückte Olsen 2014 von dem introvertierten, akustischen Stil ab – das erste Album, das sie mit kompletter Band einspielte, klingt rau, unnachgiebig, rockig.

Nun gibt sie ihren Songs mit „My Woman“ einen neuen Spin. So wie sich Angel Olsen in den Videos zu „Intern“ und „Shut Up Kiss Me“ halbernst in einen Performance-Charakter wirft, scheint sie auch auf dem neuen Album verschiedene Rollen anzunehmen. Mit szenenhaften Beschreibungen füllt sie die aus. Das Vibrato in ihrer Stimme setzt sie erfrischend direkt ein, manchmal bis zum Überschlag. Die Gitarre spinnt dazu aufrichtige bis traumwandlerische Melodien. Angel Olsen hat einen unnachahmlichen Stil gefunden – zwischen frühem Rock ’n’ Roll, poppigen 40er-/50er-Country-Momenten und traditionellem Folk –, wie eine Rückblende in Zeiten, die es so nie wirklich gegeben hat.

Der Einsatz von weichen Mellotron- und Synthesizer-Akkorden und Angel Olsens charakteristischer Gesang, der so schnell von sanfter Hingabe zu Verletzung zu erhabener Anklage wechseln kann, verstärken die cineastische Stimmung. Die Songs auf „My Woman“ klingen auf bezaubernde Weise aus der Zeit gefallen.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Angel Olsen“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

Angel Olsen live, präsentiert von ByteFM:

19.10.16 Hamburg – Kampnagel
25.10.16 Berlin – Columbia Theater
26.10.16 München – Ampere
28.10.16 Köln – Stadtgarten

Unser Album der Woche – mit freundlicher Unterstützung von Raumfeld.

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Diskussionen

1 Kommentar
  1. posted by
    Fresse halten, küssen, einziehen: ANGEL OLSEN – My Woman – guteshoerenistwichtig
    Sep 2, 2016 Reply

    […] Mit My Woman ist sie unter anderem das Album der Woche bei The Line Of Best Fit und bei byte.fm. […]

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