Neue Platten: Brockdorff Klang Labor – "Die Fälschung der Welt"

ZickZackZickZack

8,0

Als die Leipziger Band Brockdorff Klang Labor gerade im Studio an ihrem neuen Album arbeitete, hörte sie von dem Protestsong-Wettbewerb, den die Spex zusammen mit ByteFM ausgeschrieben hatte. Da Nadja von Brockdorff, Sergej Klang und Ekki Labor sowieso am Songschreiben waren, beschlossen sie kurzerhand, auch einen Beitrag einzureichen. Ihr Lied „Festung Europa“ überzeugte die Wettbewerbsjury und belegte den ersten Platz. Seit Mitte Mai 2011 ist das Lied auf ByteFM zu hören und gewährte einen frühen Vorgeschmack auf das nun erschienene Album „Die Fälschung der Welt“.

Druckvolle Syntheziser-Bässe, „four to the floor“ und gute Texte. Die ersten beiden Punkte sind wohl Teil der Definition von Synth-Pop, der letzte leider nicht. Die wenigsten Bands können das alles unter einen Hut bringen; dann kommt so etwas heraus wie Nena, irgendwie ganz amüsant, aber eigentlich traurig. Natürlich gibt es die technoide Verwandtschaft zu Deichkind und dem neuen Bonaparte-Album, und live mag das Ganze sicherlich auch Spaß machen, zu Hause und nüchtern hört der Spaß dann aber auf.

Mit „Die Fälschung der Welt“ gelingt Brockdorff Klang Labor die Synthese aller drei Elemente außerordentlich gut. Tanzbarer Synth-Pop mit intelligenten Texten, das gibt es selten. Die düsteren Synthesizer von „Festung Europa“ ziehen den Hörer in ihren Bann. Das Stampfen von „1989“ bittet zum Tanz auf der fallenden Mauer. Erst nach sechs Liedern wird es mit dem Titeltrack „Die Fälschung der Welt“ ruhiger, nur um sofort danach wieder in altbekannte Tanzlaune zu verfallen. Der Song „NoNoNo!“ sticht etwas heraus, da er der einzige mit einem komplett englischen Text ist. Es ist etwas unklar, warum, denn eigentlich funktionieren die deutschen Texte doch wunderbar. Auch musikalisch bleibt der Song etwas auf der Strecke. Die restlichen Tracks können jedoch wieder an den guten Gesamteindruck des Albums anknüpfen und wissen zu überzeugen.

Insgesamt liefern Brockdorff Klang Labor ein sehr gutes deutschsprachiges Synth-Pop-Album ab, das im Wohnzimmer wie im Club zu Hause ist.

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Diskussionen

1 Kommentar
  1. posted by
    Brockdorff Klang Labor – Fälschung der Welt | itsours.de
    Nov 5, 2012 Reply

    […] gebe zu, das liest sich nicht schlecht. Und auch hier, hier, hier, hier und hier wird ausschließlich positiv über das neue Album berichtet. Immer frisch, engagiert […]

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