Neue Platten: WHY? – "Mumps, etc."

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7,8

“When I got better from the mumps / Yes, my swollen nut and neck shrunk”, so heißt uns Yoni Wolf auf dem neuen Album seiner Band WHY? wilkommen. „Mumps, etc.“ ist das inzwischen fünfte Studioalbum der Gruppe um Wolf, und der Rapper kehrt hier zu dem zurück, was er am besten kann: gewitzte Wortspiele, die zwar ernste bis todernste Themen und Sorgen aussprechen, dabei meistens doch ganz gut gelaunt über die Beats hüpfen.

Ein kleiner Rückblick: Die beiden letzten Alben, „Alopecia“ und „Eskimo Snow“, wurden zeitgleich geschrieben, trotzdem gab es große Unterschiede. Ein bisschen schockiert waren wohl viele, als auf „Eskimo Snow“ so gar nicht mehr gerappt wurde. Beide Alben waren stilistisch mehr am Indie-Folk orientiert. „Mumps, etc.“ ist jetzt so etwas wie eine Rückkehr zum HipHop. Ein großartiges Beispiel dafür ist „White English“. Gleichzeitig bleiben WHY? ihrer Nische treu: Es gibt keine Samples auf dem Album, neben Rap gibt es gesungene Refrains und zu hören sind Instrumente: Klanghölzer, Keyboards, Schlagzeuge und Xylofone usw.

Inhaltlich geht es auf der neuen Platte tatsächlich viel um Krankheiten und menschliche Schwächen, zum Glück aber auch immer noch viel um die kleinen Neurosen Yoni Wolfs: „I’m older than death / Vulgar with unfresh breath“. Und das macht „Mumps, etc.“ alles andere als ein Album, um sich im Bett zu verkriechen. Stattdessen bleiben viele der Songs auf eigenwillige Art positiv, sowohl inhaltlich wie auch musikalisch, meistens, wie bei „Distance“, im Refrain.

Die erste Single, „Sod In The Seed“, kann hier zur Verdeutlichung herangezogen werden: Fast jede Zeile strotzt vor Selbstironie und Sarkasmus. Es macht Spaß, Yoni Wolf zuzuhören (wann atmet er?!), selbst wenn er Sachen sagt wie „Well if I’m out of luck / I’m still pitching notes through this throat / Pissing fears and hopes through the ears of folks listening“.

Wolf rappt sich noch immer um Kopf und Kragen und schlägt Haken um die Abgründe der Themen, die er wählte. Er hält dabei geschickt sämtliche Fäden in der Hand und lässt kein Abdriften in miese Stimmung zu. Trotz der Krankheiten, des Todes, der Abscheulichkeiten der Welt, die alle einen Platz auf der Platte haben, gibt es zwischen echtem Schmerz und Selbstmitleid kleine melodische Hoffnungsschimmer.

Wie fasst man das am besten zusammen? Yoni Wolf kann in und mit WHY? noch immer gute und spannende Musik machen, die vielleicht weder richtig in die Indie- noch in die HipHop-Schublade passt, aber trotzdem Schönes für beide Lager zu bieten hat. „Mumps, etc.“ ist düster und miesepetrig. Es ist voller Themen, über die man oft lieber nicht nachdenken möchte, aber oft nachdenken muss. Und dann schmunzelt man darüber, wie viel schöner Yoni Wolf das ausdrücken kann als man selbst und wippt mit dem Kopf: „I hold my own death as a card in the deck / To be played when there are no other cards left“.

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