30.08.-05.09.

Interpol – „Interpol“
VÖ: 03.09.2010
Web: myspace
Label: COOP
Kaufen: ”iTunes"

Selbstbetitelt, sehr simples Artwork (das allerdings bei manchen Fans mit dem auseinanderfallenden Interpol-Schriftzug und dem Bekanntwerden des Ausstiegs von Bassist Carlos Dengler Panik hervorruft) – das 4. Album der New Yorker wirkt auf den ersten Blick nicht besonders aufregend. Und auch beim ersten Hören von „Interpol“ werden vielen die offensichtlichen Hits fehlen. Doch die Songs auf „Interpol“ bilden atmosphärisch wie erzählerisch eine Einheit: Man folgt dem Protagonisten durch düstere Soundschichten, die nur manchmal von einem Piano durchbrochen werden, während er nach und nach die Hoffnung verliert. Das stimmigste und komplexeste Interpol-Albums seit „Turn On The Bright Lights“.

Superpitcher – „Kilimanjaro“
VÖ: 03.09.2010
Label: Kompakt
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Mutig, mutig, dieser Superpitcher. Im schnelllebigen Geschäft der Musik lässt er seine Anhängerschaft gerne warten. Schon das erste Album „Here Comes Love“ wurde 2004 sehnlichst erwartet, danach war sechs Jahre lang Ruhe im Karton. Wer sich bei „Kilimanjaro“ auf sphärische Klänge mit einem Viva-Sternchen á la Charlotte Roche freut, wird enttäuscht sein, doch wem „Träume“ aus eben dieser Kollaboration ohnehin auf die Nerven ging, dem sei „Kilimanjaro“ wärmstens empfohlen. Mit der Single „Rabbits In A Hurry“ gab es schon den richtigen Vorgeschmack auf eine perfekt abgestimmte, elektronische Popmusik, die in diesen Herbst noch in einschlägigen Clubs Anklang finden wird.

Kat Frankie – „The Dance Of A Strange Heart“
VÖ: 03.09.2010
Web: myspace
Label: Zellephan
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Kat Frankies zweites Album „The Dance Of A Stranger Heart“ ist ein Folkalbum voller dunkler Atmosphäre, inspiriert von Größen wie PJ Harvey oder Nick Cave. Mit letzterem teilt Kat nicht nur musikalische Vorlieben: 2004 tauschte die gebürtige Australierin ihre Heimatstadt Sydney gegen ihren neuen Wohnort Berlin. Und auch wenn der Zusammenhang von Musik und Wohnort oft klischeemäßig anmutet: aus unserer Perspektive scheint die widersprüchliche deutsche Hauptstadt tatsächlich der bessere Ort für Kats Musik zu sein als ihre sonnenverwöhnte Heimatstadt.

Peter Broderick – „How They Are“
VÖ: 03.09.2010
Web: myspace
Label: Bella Union
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Und noch einer, der auszog, um in fremden Ländern zu musizieren: Eigentlich kommt Peter aus dem amerikanischen Indie-Hotspot Portland, bereits vor einigen Jahren aber zog es ihn nach Europa. Zum Beispiel nach Kopenhagen, um hier mit Efterklang gemeinsam Musik zu machen, mittlerweile gibt Peter auf seiner Myspace-Seite ebenfalls Berlin als Wohnsitz an. Wichtiger aber: Peters zweites Album berührt vor allem mit wunderbaren Instrumental-Pianopassagen und einfühlsamen Melodien.

Herrenmagazin – „Das Wird Alles Einmal Dir Gehören“
VÖ: 03.09.2010
Web: myspace
Label: Motor
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Die Attribute junger Künstler: Grundausbildung von Popseminaren, betriebswirtschaftliche Konzeptplanung und grenzenlose Selbstvermarktung. Spannendes, verstörendes und/oder forderndes bleibt dabei leider zumeist auf der Strecke. Wer aber solides will, der kann beim zweiten Album der Hamburger Band Herrenmagazin getrost zugreifen. Für Kategorien wie Deutschpunk oder Hamburger Schule zu vielfältig. Wahre Kunst besteht im Weglassen von Zauberei und Deko. Dem Festhalten guter Songs. Der Aufzeichnung des Lebens. Dem Wegbleiben von ihren Seminaren.

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    Aufs erste Hören hin würde man Pelzig vermutlich nicht der bayerischen Stadt Ingolstadt zuordnen. Viel eher könnten Pelzig Nachbarn der New Yorker Post-Punk-Kombo Interpol sein. „Medium Cool World“, das neueste Album, erschien im November und war Album der Woche bei ByteFM. Wir verlosen Gästelistenplätze für die Deutschland-Konzerte....


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