„Hey Ya!“: 20 Jahre „Speakerboxxx/The Love Below“ von OutKast

Pressebild von OutKast, deren Song „Hey Ya!“ unser Track des Tages zum 20. Geburtstag ihres Albums „Speakerboxxx/The Love Below“ ist.

OutKast veröffentlichten vor 20 Jahren das Album „Speakerboxxx/The Love Below“ (Foto: Sony)

Unser Track des Tages „Hey Ya!“ bildete vor 20 Jahren das Kronjuwel eines Meisterwerks von OutKast. Eigentlich bestand der fünfte Longplayer des US-amerikanischen HipHop-Duos aus Atlanta, Georgia sogar aus zwei Alben. „Speakerboxxx“ hieß die eine LP, „The Love Below“ die andere. Schon lange hatten Big Boi und André 3000 lieber separat gearbeitet, aber eine so deutliche kreative Trennung war bei den beiden Rappern und Produzenten neu. Was jedoch nicht bedeutet, dass sich das Duo nicht mehr grün gewesen wäre. So halfen sie einander bei der Produktion aus und rappten auch auf den Stücken des jeweils anderen. Dennoch war „Speakerboxxx/The Love Below“ anfänglich nicht als OutKast-Album angelegt. Stattdessen hatten beide an Solo-LPs gewerkelt, bevor sie beschlossen, diese zu einem fulminanten Album zusammenzuwerfen.

Die beiden Kapitel des Albums spiegeln die verschiedenen Persönlichkeiten der OutKast-Mitglieder so deutlich wie ihr Verhalten auf Tour. Während Big Bois Tourbus eher einem Partymobil geglichen haben soll, roch es bei André nach Räucherstäbchen und Kräutertee. Entsprechend schwebte Big Boi für „Speakerboxxx“ ein funky, bassiger Dirty-South-Dancefloor-Sound vor. André hingegen gestaltete seine Albumhälfte nachdenklicher, meditativer und versah sie mit Jazz- und Drum-&-Bass-Experimenten. Aber so unterschiedlich die beiden Seiten klangen, so großartig waren sie. Das leichter durchhörbare „Speakerboxxx“ warf mit „The Way You Move“ einen Smash-Hit ab; „The Love Below“ sogar zwei. Das eine war das wunderschöne 70s-Funk-Update „Roses“. Alles in den Schatten stellte jedoch unser Track des Tages.

Lieber alleine und happy

„Hey Ya!“ wurde einer der bestverkauften Songs der 2000er, trotz seiner musikalischen und textlichen Unebenheit. Schon der Beat setzt nicht auf der Zählzeit ein, die man nach dem Einzähler erwartet. Dann wird der 4/4-Takt regelmäßig durch einen 2/4-Takt unterbrochen, was im Mainstream eigentlich nie passiert. Auch ist der Call-and-response-Part rhythmisch nicht wirklich zum Mitmachen geeignet. Aber er simuliert trotzdem gekonnt und ansteckend eine wilde Südstaaten-Liveatmosphäre. Allerdings lauert hinter dem hymnischen Refrain und den allgemeinen Party-Vibes ein doppelter Boden, der vielen Hörer*innen vor Euphorie gar nicht auffällt. Denn auch dieses Stück gehört zu den nachdenklichen „The-Love-Below“-Tracks. Hier geht es nämlich nicht um sorgloses Feiern, sondern darum, dass eine Beziehung am Ende sein könnte. Und man nur noch aus Gewohnheit zusammen ist. Wichtiger als die Erwartung an eine Beziehung zu erfüllen, sagt André über den Song, sei es aber letztlich, happy zu sein.

Das Album „Speakerboxxx/The Love Below“ von OutKast erschien heute vor 20 Jahren am 23. September 2003. Aus diesem Anlass ist der Song „Hey Ya!“ von der LP heute unser Track des Tages. Hört und seht ihn Euch hier an:

Bild mit Text: Förderverein „Freunde von ByteFM“

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