Ich wollte ja, aber: Post-Rock-Ausreden von Soccer96

Foto der britischen Formation Soccer96. Ihr Song „I Was Gonna Fight Fascism“ (feat. Alabaster dePlume) ist heute unser Track des Tages.

Soccer96

Ich wollte ja, aber. Ich wollte ja den Abwasch machen, aber dann war es schon zu spät. Ich wollte mich ja gestern Abend noch melden, aber dann hatte ich Kopfschmerzen. Ich wollte ja, aber.

Mit einer guten Ausrede ist das Gegenüber nur halb so sauer. Das weiß auch Alabaster dePlume. Der britische Saxofonist und Spoken-Word-Künstler legt im neuen Track von Soccer96 über sieben Minuten lang dar, warum er leider den Faschismus nicht bekämpfen konnte: „I was gonna fight fascism / I was gonna / I was just a bit tired.“ Oder: „I was gonna fight fascism / but honestly, I just have so much on / You literally wouldn‘t believe it.“ Aus diesen Zeilen spricht natürlich nicht nur persönliches Versagen, sondern auch die Gleichgültigkeit einer Nullbockgeneration, die keine Lust hat, sich die Hände schmutzig zu machen. Und gegen aufkommende faschistische Tendenzen vielleicht lieber mit den Mitteln des Clicktivism für eine bessere Welt kämpft.

Unterlegt werden die Ausreden in „I Was Gonna Fight Fascism“ von einem Kraut-Post-Rock-Psych-Teppich, den Dan Leavers aka Danalogue und Max Hallett alias Betamax gewebt haben. Während die beiden mit Shabaka Hutchings als The Comet Is Coming in kosmische Jazz-Sphären driften, bewahren die beiden Musiker und Produzenten als Soccer96 hier mit motorischen Synth-Flächen und rohen Beats die Bodenhaftung und treiben Alabaster dePlume im Schweinsgalopp vor sich her.

„I Was Gonna Fight Fascism“ von Soccer96 featuring Alabaster dePlume, die erste Single der neuen EP „Tactics“, die am 26. Juni 2020 auf Moshi Moshi Records erscheint, ist heute unser Track des Tages. Hört ihn Euch hier an:

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