
Farhot demonstriert, wie Grooves Grenzen überschreiten (Foto: Mauro Pinterowitsch)
Unser Track des Tages „Mars“ ist ein aktueller Song des afghanisch-deutschen Beatmakers Farhot. In Hamburg richtete er sich sein erstes Studio im Keller seiner Eltern ein und arbeitet mit der Sängerin Nneka, seit er circa 20 Jahre alt war. Weitere große Namen wie Curse, Die Fantastischen Vier oder Haftbefehl folgten; Letzterem lieferte er den Beat zum 2012er Hit „Chabos wissen wer der Babo ist“. Aber auch mit internationalen Acts wie Rita Ora arbeitete Farhad Samadzada, bevor er überhaupt sein erstes eigenes Album veröffentlicht hatte. Dieses erschien im Jahr 2013 unter dem Titel „Kabul Fire Vol. 1“ und wartete mit Gästen wie den Grime-Schwergewichten Kano und Giggs, Ms. Dynamite und Talib Kweli auf. Auf den Namen Kabul Fire hört denn auch das Label, auf dem Farhot seit 2010 nicht nur eigene Musik veröffentlicht, sondern unter anderem auch Silvan Strauss oder Kuoko.
Wie der Vorgänger bewegte sich 2021 auch „Kabul Fire Vol. 2“ vor allem im Leftfield–HipHop-Bereich, der aber letztlich so weit ist, wie man es zulässt. Farhots Horizont jedenfalls ist ziemlich breit. Nach der LP „Stealing From Cats“ (2024) bricht die neue EP „Raqs (105-118BPM)“ vollends aus dem HipHop-Beat-Kosmos aus. Doch zugleich hört man den Stücken an, dass sie aus einer Beatmaking-Tradition entstanden. Wirklich House sind sie trotz gerader Kickdrum auch nicht. Stattdessen erinnert Farhot laut Kabul Fire „an die reichen musikalischen Traditionen, die es jenseits des Westens schon immer gab. Außerdem zeigt er, wie Musik über Grenzen hinweg verbinden kann, wie ein afghanischer Produzent aus Deutschland, der somalische Musik und [die libanesische Sängerin] Fairuz liebt.“ So sehr, dass Fairuz auf der EP auch via Sample auftaucht.
Die EP „Raqs (105-118BPM)“ von Farhot erscheint am 25. Juli 2025 auf dem Label Kabul Fire. Das als Vorabsingle ausgekoppelte Stück „Mars“ daraus ist heute unser Track des Tages. Hört und seht es Euch hier an: