
Timo Blunck hat zugleich ein Album und einen Roman veröffentlicht (Foto: Kai Heimberg)
Auf den etwas unhandlichen Namen „Wasserherz – Das Gegenteil von Allem“ hört unser heutiger Track des Tages. Geschrieben und aufgenommen hat ihn der deutsche Sänger und Musiker Timo Blunck. Überhaupt hat der in in Niedersachsen geborene und seit langem in Hamburg ansässige Künstler in letzter Zeit ziemlich viel geschrieben. Und nicht nur Musik. So veröffentlichte er gerade einen düsteren Krimi namens „Ein kleines Lied über das Sterben“. In der Story kommen drei Songs vor, die nicht bloß der fiktionalen Welt entstammen, sondern Bluncks neuem Album. Das ist zeitgleich mit dem Roman erschienen und trägt den Titel „Der Schlaf Fotograf“. Auch wenn es vielleicht schwerfällt, lohnt es sich, angesichts der enervierenden Schreibweise Ruhe zu bewahren und das Album anzuhören.
Tolle Musik veröffentlicht Timo Blunck seit 1980. Damals spielte er Bass bei der Post-Punk-Band Palais Schaumburg. Während sich deren kommerzieller Erfolg in Grenzen hielt, erspielten sie sich internationalen Geheimtipp-Status und spielten auf geschichtsträchtigen Bühnen in den USA und Großbritannien. Zu Bluncks weiteren wichtigen musikalischen Unternehmungen gehören Die Zimmermänner, die er 1979 mit seinem Schulkameraden Detlef Diederichsen gründete. Auf dem neuen Album singen Steely-Dan-Chöre die Worte „Nymphe ohne Strümpfe“, während sich Scritti-Politti- und Sly-Stone-Verneigungen unter James-Bond-Fanfaren vereinen. Die zwingendste Tanznummer ist die erste Hälfte unseres Tracks des Tages. Währenddessen wirkt das Stück ein wenig, als spielte ein Fernsehorchester „Kamakiriad“ von Donald Fagen. Auf der zweiten Hälfte kollabiert das Stück zur Faux-Jazz-Ballade: „Die Leber singt, weil Liebe stinkt / Ein Lied von Jamie Cullum / Ein Song aus Jazz und Leberkäs‘ / Das Gegenteil von allem“.
Das Album „Der Schlaf Fotograf“ von Timo Blunck ist auf dem Label KulturManufaktur erschienen. Der Song „Wasserherz – Das Gegenteil von Allem“ daraus ist heute unser Track des Tages. Hört und seht ihn Euch hier an: