Album der Woche: Sumie – "Sumie"

Sumie - SumieVÖ: 29. November 2013
Web: sumienagano.com
Label: Bella Union

Weniger ist bekanntlich mehr. Besonders eindrücklich zeigt das Sandra Sumie Nagano mit ihrem puristisch-zurückhaltenden, aber dennoch vor Authentizität und Anmut strotzenden Debütalbum „Sumie“.

Vielleicht wäre alles anders gekommen, hätte Sumie nicht Kinder bekommen. Erst 2008 und als zweifache Mutter begann sie, regelmäßig Musik zu machen und sich damit einen Kindheitstraum zu erfüllen. Denn schon seit jeher träumte die Schwedin mit japanischen Wurzeln von einer Karriere in der Musikbranche. Ihre Kinder stellten eine enorme Inspirationsquelle für sie dar, nicht nur, was das märchenhafte Albumcover angeht. Ruhige, erhabene und manchmal schon mystisch klingende Musik ist das Resultat: „It was not a style or a sudden choice but more me playing my guitar and having two small children, so I could not make much noise.“

Der furchtbar schwülstige Spruch „In der Ruhe liegt die Kraft“ bekommt durch Sandra Sumie Nagano wahrlich eine positive Aufwertung und eine neue Bedeutung. Man klebt förmlich an Sumies Lippen. Es ist eine intime Atmosphäre, die durch die spartanische Instrumentierung mit nur einer Akustikgitarre und Sumies klarer und sanfter Stimme erreicht wird. Mit Ausnahme von drei Tracks folgen alle Songs des Albums diesem Rezept. Bei „Speed Into“ kommt zusätzlich eine Violine zum Einsatz und „Midnight Glories“ wird mit einem Cello unterstützt.

Der letzte Song ist in mehrfacher Hinsicht ein Höhepunkt des Albums. Er beginnt mit der gewohnten Kombination aus Gitarre und Stimme und wird im weiteren Verlauf von leisen Klavierklängen begleitet. Die zweite Hälfte des Songs stellt ein Klaviersolo dar: Hier wird einmal mehr deutlich, wie begnadet Sumie mit nur einem einzigen Instrument eine musikalische Sphäre kreiert, von der man hofft, sie möge nie verblassen. Einen stilvolleren Epilog hätte man nicht wählen können.

Mitverantwortlich für dieses großartige Debüt sind auch drei Musiker, die Sumie beim Entstehungsprozess unterstützten und mit Rat und Tat zur Seite standen. Der deutsche Komponist Nils Frahm, in dessen Berliner Studio das Album aufgenommen wurde, sowie der amerikanische Pianist und Komponist Dustin O’Halloran, besonders berühmt durch seine Soundtrack-Kompositionen für Filme wie „Marie Antoinette“. Zusammen mit Simon Raymonde, Produzent und Labelgründer von Bella Union, war das musikalische Team vollständig und Sumie wusste, dass der richtige Zeitpunkt gekommen war, ein Album aufzunehmen: „They understand what I’m doing.“

Die Befürchtung, das Album könne durch die sparsame Instrumentierung schnell monoton wirken, vor allem angesichts der relativ kurzen Spieldauer von insgesamt nur 34 Minuten, bewahrheitet sich nicht. Vielmehr entfalten die zehn Stücke nach mehrmaligem Hören verschiedene Facetten und feine Nuancen, die zu Beginn nicht ersichtlich waren. Mit „Sumie“ veröffentlicht die Schwedin ein stilles, tiefes und emotionales Werk, ohne kitschig zu klingen. Ein überraschend zeitloses Debütalbum, was die Hörer verzaubern und sofort in Sumies Bann schlagen wird.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt mit dem Betreff „Sumie“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

Label: Bella Union | Kaufen

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