Frank Z. (Abwärts) ist gestorben

Foto der Punk-Band Abwärts deren Sänger Frank Z. (Mitte) im Alter von 66 Jahren gestorben ist

Abwärts-Sänger Frank Z. (Bildmitte) ist im Alter von 66 Jahren gestorben

Frank Ziegert aka Frank Z., Sänger der Hamburger Punkband Abwärts, ist tot. „Mit tiefer Trauer und schwerem Herzen müssen wir euch die Nachricht überbringen, dass Frank Z. gestern verstorben ist“, heißt es in einem Statement der Band in den sozialen Netzwerken. „Wir trauern um einen außergewöhnlichen Künstler, Musiker und Freund.“ Kürzlich war bekannt geworden, dass Frank Z. schwer an Krebs erkrankt war. Er wurde 66 Jahre alt.

Punk-Urgestein

Der ursprünglich aus Bochum stammende Musiker gründete Ende der 70er-Jahre in Hamburg die Gruppe Abwärts. Die Band zählt zum Urgestein der deutschsprachigen Punkmusik und fing mit ihrem 1980 erschienenen Song „Computerstaat“ auf der gleichnamigen EP den vom Kalten Krieg geprägten Zeitgeist in der BRD ein – ein Überraschungshit, der der Band einen festen Platz im Kanon von Punk und Post-Punk verschaffte. Es folgte noch im selben Jahr das Album „Amok Koma“. Wenig später gingen Abwärts im Vorprogramm von The Cure auf Tour. Mit „Der Westen ist einsam“ (1982) veröffentlichte man das zweite Album dann bei einem großen Label, was vielen Fans nicht gefiel. Der Erfolg ebbte Anfang der 80er-Jahre allmählich ab und die Bandmitglieder Mark Chung und FM Einheit verließen bald darauf die Band, um sich den Einstürzenden Neubauten anzuschließen.

Wechselhafte Bandgeschichte

Frank Z. und Axel Dill machten daraufhin zu zweit weiter, bis man 1984 nach dem Flop der Single „Olympia“ vorerst das Handtuch warf. Es sollte allerdings nicht lange dauern, bis Frank Z. wieder unter dem Namen Abwärts neue Musik herausbrachte. Das zusammen mit Peter Horn aufgenommene, vergleichsweise poppige Album „Abwärts“ (1987) konnte allerdings nicht wirklich an den früheren Erfolg der Band anknüpfen. Mit Frank Z. als festem Kern bestand die Band in wechselnder Besetzung bis 1998 fort. Ein erneutes Comeback folgte Anfang der Nullerjahre, als Die-Ärzte-Bassist Rod Gonzales Frank Z. zu einem neuen Anlauf animierte. Beginnend mit „Nuprop“ (2004) folgten seitdem noch einige Alben und Live-Platten, darunter zuletzt das 2023 erschienene „Superfucker“.

Zahlreiche Musiker*innen und Weggefährt*innen betrauern den Tod des Musikers. Die Toten Hosen nennen Frank Z. in einem Instagram-Post „eine der prägendsten Figuren der frühen deutschen Punkszene“. Er sei ein begnadeter Songwriter gewesen, der sie nachhaltig beeindruckt habe. Auch Tocotronic-Bassist Jan Müller meldete sich zu Wort: „Ich trauere um Frank Z. und kann es kaum fassen, dass er so früh gestorben ist […]. Für mich war er einer der Größten.“

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Diskussionen

1 Kommentar
  1. posted by
    Uli Bei
    Feb 9, 2024 Reply

    Ich habe bei Ziegerts Texten immer gedacht, der sieht die Welt ja wie ich. Und das tat gut.
    Einer der Besten! Seiner Zeit voraus!
    Wir werden Franks Musik vermissen.

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