Jazz-Musikerin Carla Bley ist gestorben

Foto der US-amerikanischen Jazz-Komponistin und Pianistin Carla Bley

Jazz, Rock, Kabarett – all das kam in der Musik von Carla Bley zusammen (Foto: Michael Hoefner, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Die US-amerikanische Jazz-Komponistin und Pianistin Carla Bley ist tot. Sie starb am 17. Oktober im Alter von 87 Jahren in ihrem Haus im US-Bundesstaat New York an den Folgen eines Hirntumors.

Die in Oakland, Kalifornien, als Lovella May Borg geborene Tochter eines Musiker*innenpaars lernte schon im Kindesalter das Orgel- und Klavierspiel. Sie zog mit nur 17 Jahren nach New York City und jobbte dort im Jazzclub Birdland als Zigarettenmädchen. Dort lernte sie den Pianisten Paul Bley kennen, den sie heiratete. Ihre ersten Kompositionen landeten als Aufnahmen auf den Alben des Paul Bley Trios. Nach der Trennung behielt sie den Nachnamen und verfolgte ihre Karriere als Komponistin und Pianistin weiter.

Innovative Jazz-Komponistin

Bley machte sich zunehmend einen Namen als innovative und wandlungsfähige Jazz-Komponistin. 1965 gründete sie mit ihrem zweiten Ehemann, dem Trompeter Michael Mantler, das spätere Jazz Composer’s Orchestra. In den 1960er-Jahren schrieb sie ihr Hauptwerk: die Jazz-Oper „Escalator Over The Hill“, die 1971 erschien – ein aufwändiges Dreifachalbum von mehr als zwei Stunden Länge zwischen Rock, Free Jazz und Musiktheater mit Gesangsbeiträgen von Viva, Jack Bruce (Cream) und Linda Ronstadt.

Bley und Mantler gründeten 1972 das Musik-Label Watt, auf dem sie fortan den größten Teil ihrer Musik veröffentlichte. Über ihre eigenen Alben als Bandleaderin hinaus arbeitete sie auch eng mit dem Pink-Floyd-Schlagzeuger Nick Mason an seinem 1981 erschienenen Solo-Debütalbum „Nick Mason’s Fictitious Sports“ zusammen. Carla Bley veröffentlichte im Laufe ihrer Karriere aber auch Dutzende eigene Alben.

2009 wurde ihr die German Jazz Trophy verliehen, 2012 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der Université de Toulouse II–Le Mirail. Mit der NEA Jazz Masters Fellowship erhielt sie im Jahr 2015 außerdem die höchste Auszeichnung für Jazzmusiker*innen in den USA. Das letzte Album Bleys war „Life Goes On“ (2020), eine Kollaboration mit Andy Sheppard und Steve Swallow.

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