Rezension: Gang Of Four – "Content"

Von selinanowak, 25. Januar 2011

Wer? Was? Warum? ByteFM Redakteure besprechen eine Auswahl der Neuerscheinungen in der aktuellen Kalenderwoche.

Wer? Gang Of Four klingen wie Franz Ferdinand, Bloc Party, The Rapture, Futureheads und Konsorten.
Oder besser: Franz Ferdinand, Bloc Party, The Rapture, Futureheads und Konsorten klingen wie Gang Of Four.
Denn die Viererbande um Jon King und Andy Gill gibt’s immerhin seit 1977!

Als „Funk-Punk“ bezeichnete man ihren Musikstil und 1979 kamen sie mit ihrer zweiten Single „At Home He’s A Tourist“ gar in die UK Top 40. Auf einen Fernsehauftritt in „Top Of The Pops“ verzichtete man, da sie sich weigerten das Wort „rubbers“, also „Gummis“ aus dem Text zu streichen. Einem größeren Publikum wurden Gang Of Four somit nie bekannt, was sie aber nicht besonders gestört haben dürfte. Mit politischen Aussagen und Covern suchten sie regelmäßig die Konfrontation und wurden auch ohne Charterfolge zu Legenden.
Seit Mitte der 80er war dann aber erst mal Schluss, nur noch sporadisch kam es zur Zusammenarbeit der Bandmitglieder. 2005 dann die Reunion, „Return The Gift“ erschien mit vierzehn Neuaufnahmen alter Songs plus Remixen.

Was? Nun also „Content“. Zehn neue Titel, verpackt in eine flache Metallbox, die an Manzonis verpackte Exkremente (Artist’s Shit 1961) erinnern soll, wie auf der Homepage von Gang Of Four nachzulesen ist.
So spektakulär und kreativ die Verpackung – der „content“, der Inhalt, ist weniger spannend. Den Sound kennt man mittlerweile schon und somit bietet das Album nichts Neues.

Warum? Die Presse freut sich aber über die Rückkehr „einer der wichtigsten und einflussreichsten Bands der Post-Punk Ära der 80er Jahre“. Vor allem die Finanzierung von „Content“ erregte Aufsehen: Vergangenes Frühjahr konnte man um 45 britische Pfund ein streng limitiertes Paket erwerben, das neben gewöhnlichen Fanartikeln auch Fläschchen mit Blut der Musiker enthielt.
Schade, dass der Ideenreichtum der Gang Of Four in ihrem neuen Album nicht auch hörbar ist. (Selina Nowak)

Label: Groenland Records | Kaufen

Das könnte Dich auch interessieren:

  • Cover des Albums Yes Lawd! von NxWorries
    Knxwledge bastelt lässige Samples à la Madlib, Anderson .Paak rappt locker und mit viel Soul darüber. Ein paar uneilige Beats dazu – fertig ist „Yes Lawd!“, das Debüt der HipHop-Kollaboration mit dem Namen NxWorries....
  • Klez.e – „Desintegration“ (Album der Woche)
    Mit "Desintegration" schauen Klez.e zurück ins Jahr 1989. Das Album ist eine Hommage an ihre Jugend und an damals wie heute vergötterte Wave-Bands wie The Cure, die Schwermut so schön in Musik verpackten....
  • Cover des Albums Somersault von Beach Fossils
    Die Songs von Beach Fossils klingen wie das Ende eines langen Tages am Meer: sanfte Erschöpfung, Sand im Haar, der Kopf angenehm weich. Auch auf „Somersault“ fängt die Band aus New York diese Stimmung wieder wunderbar ein....


Deine Meinung

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert