Presseschau 08.06.: Do It Yourself

Dass Künstler zu äußerst kreativen Mitteln greifen, um ihre Alben zu verkaufen, wissen wir spätestens seit Radiohead. Es reihen sich nun auch die Brit-Rocker der Kaiser Chiefs in diese Riege ein. Das Online-Magazin der Freitag stellt das Modell der fünf Musiker aus Leeds vor. Deren neues Album „The Future is Medieval“ erscheint eigentlich erst im Sommer. Um das leidlich bekannte Problem des sich kaum lohnenden Downloads einzelner Songs zu umgehen, hat sich das Quintett etwas Besonderes einfallen lassen: Auf ihrer Website kann man sich seine liebsten zehn Songs aus 20 Angebotenen auswählen. Das ganze wird per Paypal bezahlt und kostet den Fan 7,50 englische Pfund, was zurzeit etwa 8,40 Euro entspricht. Doch der eigentliche Clou liegt aus Marketingsicht darin, dass für jedes so erstellte Album eine eigene Website erstellt wird, über die man diese Version direkt kaufen kann. Der Fan wird somit nun zum Verkäufer und erhält für jeden erfolgreichen Verkauf ein Pfund. Material zur Selbstbewerbung des Albums gibt es gratis dazu: Beispielsweise Banner für die eigene Webseite. Ob sich dieses Modell rentiert, sei dahin gestellt. Interessant ist es auf jeden Fall.

Die traurigen Nachrichten nehmen dieser Tage kein Ende. So verstarb der Musiker Leon Botha, Mitglied der südafrikanischen Band „Die Antwoord“ am vergangenen Sonntag an den Folgen der Krankheit „Progerie“, einen Tag nach seinem 26. Geburtstag, wie Pitchfork berichtet. Progerie führt zu einer frühzeitlichen Vergreisung des Menschen. Botha war die älteste lebende Person, die an der Krankheit litt. Im letzten Jahr trat er in dem Video „Enter The Ninja“ der Band selbst auf.

Ist doch schön, wenn dieser Tage dann auch noch ein „Lifetime Achievement Award“ an einen lebenden Künstler verliehen werden kann. Brian Wilson, Gründer der Beach Boys, wird diesen nächste Woche hoffentlich persönlich in Toronto in Empfang können. Wie National Post berichtet, wird der „NXNE Lifetime Achievement Award“ am 16. Juni zum ersten Mal verliehen.

Mit Preisverleihungen kennt sich James Franco bestens aus. So moderierte er dieses Jahr die „Academy Awards“, besser bekannt als die Oscar’s. Vor ein paar Jahren war Franco in erster Linie „nur“ Schauspieler. Mittlerweile ist das Multitalent auch Autor und Künstler. Gerade hat er die Eröffnung seiner Ausstellung bei der Biennale in Venedig verschoben, weil er mehr Zeit braucht, um seine Vision für das Projekt voll realisieren zu können, da macht er von sich als Musiker mit dem experimentellen Projekt Kalup & Franco von sich reden. Spinner zeigt einen Auftritt des Yale-Absolventen Franco mit der Drag Queen Kalup Linzy bei der „Campari’s 150th Anniversary Celebration“. Die beiden planen nun ihre Debüt-EP „Turn It Up“ auf dem Label Dutty Artz.

Auch Damon Albarn, Blur-Frontman und Gorillaz-Mitglied, ist für seine Vielseitigkeit bekannt und wird nun bald mit der Arbeit an einer Oper beginnen. Paste Magazine schreibt, dass er mit dem britischen Theaterregisseur Rufus Norris zusammenarbeiten wird und dabei ist, „Dr Dee: An English Opera“ zu entwickeln. Albarn wird dafür sowohl Songs schreiben, als auch diese aufführen. Die Oper soll das Leben John Dees behandeln, ein bekannter englischer Mathematiker, Astronom, Astrologe, Geograph, Mystiker und Berater der Königin Elisabeth I. Premiere soll im Juli beim Manchester International Festival sein.

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