Wiley – "Evolve Or Be Extinct"

VÖ: 19.01.2012
Web: „http://wileymusic.co.uk/“
Label: Big Dada

An Selbstvertrauen mangelt es Richard Kylea Cowie, besser bekannt als Wiley, wohl kaum. Das vermittelt schon der Titel seines neuen Albums, „Evolve Or Be Extinct“, womit er sich selbst höchste Ansprüche auferlegt, diese aber auch weitgehend erfüllt. Gleich zu Beginn gibt er sich im Titelstück keine Blöße und verkündet: „My music can live forever“. Und auch in weiterer Folge wird er nicht müde, seinen künstlerischen Ausnahmestatus zu betonen. Immerhin gilt er als Begründer des Grime, oder dem von Wiley bevorzugten Begriff Eskibeat, einem Genre, das um das Millenium in East London seine Anfänge nahm und vor allem auch durch Dizzee Rascal den Weg aus dem Underground gefunden hat.

Nachdem Wiley in den letzten Jahren die Plattenfirma beinahe so häufig gewechselt hat wie seine Unterhosen, ist er 2011 wieder bei Big Dada gelandet, auf dem bereits sein drittes Album „Playtime Is Over“ erschienen ist. Seit seinen kommerziellen Erfolgen hat er immer wieder versucht, Kritikern, die ihm das übel nahmen, zu beweisen, dass er es noch drauf hat. Mit „Evolve Or Be Extinct“ hat er ihnen nun etwas vorgelegt, woran sie sich erstmal die Zähne ausbeißen dürften.

Auch wenn es nicht an allen Stellen komplett überzeugt, ist Wiley ein facettenreiches, humorvolles und nicht zuletzt persönliches Album gelungen, das auch an seinem Geburtstag veröffentlicht wird. Musikalisch vereint er darauf gekonnt die verschiedenen Einflüsse, die er im Laufe der letzten zehn Jahre aufgesogen hat. Da finden sich mit „Link Up“ oder „Boom Blast“ hypnotische Beats, die sich dauerhaft in den Gehörgang einnisten, oder „Scar“, ein Track, der an den Sound von Computerspielen aus den frühen 90ern erinnert. Daneben ist noch Platz für einen Dialog mit einem Zollbeamten in „Customs (Skit)“, der ihn zu einem Urintest auffordert und mit ihm eine gewisse Leidenschaft für Rihanna teilt, oder für mehrere Versuche, in verschiedenen Vierteln von London ein Taxi zu bestellen, was letztlich in einem einwandfreien Streitgespräch endet.

Die mit Überheblichkeit voll gepackten 13 Tracks kommen mitunter recht großkotzig daher. Abschließend bilanziert Wiley im letzten Stück aber nicht ohne Selbstironie: „This is just an album“. Ein Album mit dem programmatischen Titel „Evolve Or Be Extinct“, das – was seine Qualität anbelangt – ganz eindeutig zu ersterem tendiert.

Das ByteFM Album der Woche – mit freundlicher Unterstützung von Panasonic.

Jeden Tag von Montag bis Freitag spielen wir im ByteFM Magazin zwischen 10 und 12 Uhr einen Song aus unserem Album der Woche. Ebenso im ByteFM Magazin am Nachmittag von Montag bis Samstag zwischen 15 und 17 Uhr und im ByteFM Magazin am Abend, montags bis freitags ab 19 Uhr. Die ausführliche Hörprobe folgt am Freitag ab 13 Uhr in Neuland, der Sendung mit den neuen Platten.

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