Zum Tod von Ranking Roger (The Beat)

Foto von Ranking Roger

Ranking Roger (Foto: Kens Korner, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Mit seiner Band The Beat gehört Ranking Roger zu den bekanntesten Vertretern des britischen Ska-Revivals Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre. Nun ist der Musiker im Alter von 56 Jahren gestorben.

Geboren wurde Ranking Roger am 21. Februar 1963 als Roger Charlerly im britischen Birmingham als Sohn karibischer EinwanderInnen. Begeistert von der aufkommenden Punk-Bewegung in seiner Heimat heuerte Charlerly als Drummer bei der Band Dum Dum Boys an. Ein Engagement, das nur von kurzer Dauer war. Als er sich bei einem gemeinsamen Konzert mit den Mitgliedern der Band The Beat anfreundete, nahmen sie ihn kurzerhand auf – und aus Roger Charlerly wurde Ranking Roger, wobei „Ranking“ hier für „high-ranking“ stand.

Vorreiter des britischen Ska-Revivals

The Beat gründeten sich 1978 in Birmingham und verbanden Ska, Reggae, Rocksteady und Punk mit regierungs- und gesellschaftskritischen Texten, womit sie bald zu den populärsten Vertretern des britischen Ska-Revivals zählten. Das Sammelbecken dafür war das Label Two Tone, auf dem auch Bands wie The Specials, Madness oder Selecter ihre Platten veröffentlichten, und bei dem auch The Beat kurzzeitig unter Vertrag waren.

Das Debütalbum „Just Can‘t Stop It“ erschien 1980 dann jedoch auf dem eigens von der Band gegründeten Label Go-Feet Records. Es sollte sich am Ende des Jahres in zahlreichen Bestenlisten wiederfinden. Nach zwei weiteren Alben („Wha‘ppen?“, „Special Beat Service“) löste sich die Band im Jahr 1983 allerdings wieder auf.

Danach gründete Ranking Roger zusamen mit seinem The-Beat-Bandkollegen Dave Wakeling und Mickey Billingham von Dexys Midnight Runner sowie Mick Jones (The Clash) und Horace Panter (The Specials) die Ska- und Two-Tone-Supergroup General Public. Musikalisch verortete sich die Band dann jedoch eher im Pop- und Wave-Segment. Erzielten sie mit dem ersten Album „All The Rage“ im Jahr 1984 noch kleine Achtungserfolge in den britischen Top-40-Charts, war der Nachfolger ein kommerzieller Flop. Die Band löste sich 1987 auf und Ranking Roger versuchte es auf eigene Faust. 1988 erschien sein erstes Soloalbum „Radical Departure“, eine Platte die mit Synthie-Pop und Disco-Beats auf den Dancefloor schielte. Eine Entwicklung, die sich auch auf seinem zweiten Soloalbum „Inside My Head“ im Jahr 2001 fortsetzte.

Reunion und schwere Krankheit

Es sind in der Rückschau jedoch vermutlich weniger die Soloalben, mit denen Ranking Roger in Erinnerung bleiben wird, sondern mit seinen zahlreichen Kollaborationen. Vor allem als Gastmusiker stand der Brite immer wieder mit anderen KünstlerInnen auf der Bühne und im Studio. So schloss er sich zum Beispiel 1990 Mitgliedern von The Specials an. Es entstand die Band Special Beat, die zwei Live-Alben veröffentlichte. Mit Sting arbeitete Ranking in den 90ern unter anderem für eine neue Aufnahme des The-Police-Songs „The Bed‘s Too Big Without You“ zusammen. 1994 war er zunächst Gastsänger bei Big Audio Dynamite, der von Mick Jones gründeten Fusion-Band, später dann festes Bandmitglied.

Mit Beginn der Nullerjahre reformierten sich The Beat und auch Ranking Roger war wieder Teil der Besetzung. Die Band ging regelmäßig auf Tour und veröffentlichte 2016 mit dem Album „Bounce“ die erste Platte seit mehr als 30 Jahren. Zuletzt erschien im Januar 2019 das Album „Public Confidential“, an dem der bereits schwer erkrankte Musiker noch mitwirkte. Denn parallel zur Veröffentlichung wurde bekannt, dass er sowohl an Lungenkrebs als auch an einem Gehirntumor litt und sich einer Operation unterziehen musste. Ranking Roger starb am 26. März 2019 im Kreise seiner Familie an den Folgen seiner schweren Erkrankung. Er wurde 56 Jahre alt. Noch in diesem Jahr soll seine Autobiografie „I Just Can‘t Stop It“ erscheinen.

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