Album der Woche: Courtney Barnett – „Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit“

Cover des Albums Courtney Barnett „Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit“ (Marathon Artists / Milk! Recordings / Mom & Pop)

Courtney Barnett aus Melbourne ist eine talentierte Geschichtenerzählerin. Das beweist sie auf ihrem Debütalbum „Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit“ gleich mit Stück Nummer eins. In „Elevator Operator“ berichtet sie mit Stampfbeat vom kurzen Abenteuer eines frustrierten Schreibtischarbeiters. Noch viel besser liegen Barnett jedoch Geschichten aus der Ich-Perspektive.

Das Erleben eines Asthmaanfalls hat sie zum Beispiel trocken und dabei sehr charmant im Lied „Avant Gardener“ verpackt. Das erschien auf der Doppel-EP „A Sea Of Split Peas“, mit der Barnett bereits vor ihrem Debüt für Aufmerksamkeit in Indiekreisen sorgte. Ihren spröden Charme hat die australische Gitarristin und Sängerin behalten. Sogar aus dem Thema Hauskauf kann sie einen pointierten Song schneidern, so geschehen mit „Depreston“, das verhältnismäßig poppig daherkommt. „Dead Fox“ wiederum hat mit charmanten Gitarrensolo-Einlagen das Zeug zum Mitsing-Hit, und das laute, angriffslustige „Pedestrian At Best“ eignet sich bestens zur Untermalung von Wutausbrüchen.

Die elf Stücke auf „Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit“ driften textlich und musikalisch zwischen Melancholie, Nüchternheit und Ärger. Courtney Barnett verpackt Anekdoten und Alltägliches aus einem nicht so perfekten Leben in perfekt pointierte Songs. Berührend, aber nicht rührig, und kraftvoll instrumentiert in bester 90er-Jahre-US-Indierock-Manier.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Barnett“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

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