Die Nerven – „Out“ (Album der Woche / Rezension)

Cover des Albums Out von Die NervenVeröffentlichung: 9. Oktober 2015
Web: Die Nerven auf Facebook
Label: Glitterhouse
Kaufen: artistxite-Shop

Erst flüssig („Fluidum“), dann spaßig („Fun“), jetzt geht’s raus: Die Nerven haben ein Faible für knackige Albumtitel. Ebenso knackig, aber nicht zu knapp, prägnant, nicht kurz gehalten sind auch die zehn Tracks auf „Out“. Mit ihrer neuen Platte ist die dreiköpfige Band aus Stuttgart vom Münsteraner Punk-Label This Charming Man zu Glitterhouse gewechselt, einem Label mit vielschichtigem Roster, das in den frühen 90ern die Sub-Pop-Releases von Bands wie Nirvana und Mudhoney vertrieb.

Seit die Band mit ihrem „Sommerzeit-Traurigkeit“-Lana-Del-Rey-Cover auf sich aufmerksam machte, interessieren Die Nerven alle. Von den Kids in der Raucherecke vom Schulhof bis zum Feuilleton des Spiegels. Die Energie, die Julian Knoth, Max Rieger und Kevin Kuhn auf ihre Alben bannen, explodiert live hundert Mal so stark. Auf „Out“ legen sie diese Explosion an die lange Leine, zögern den großen Ausbruch bei jedem Lied heraus. Jedes Stück mäandert auf unbehagliche Weise. Die Arrangements haben es in sich.

Das lockere Mitte-90er-Indierock-Intro vom Opener „Die Unschuld In Person“ mündet plötzlich in ein Geschrei von Verzerrung. Danach eine Gitarre, die nach Alarm klingt, der dringliche Gesang von Max Rieger. Die Single-Auskopplung „Barfuß Durch Die Scherben“ sticht durch ihren düsteren Groove hervor, über den Rieger mehr spricht als singt: „Ich gehe barfuß durch die Scherben, ohne mich zu verletzen.“ Die übermenschliche Attitüde nimmt man der Band ohne Weiteres ab. Sehr sicher bewegen sie sich durch düstere, unberechenbare Klanglandschaften. Mit Songs wie „Dreck“ und „iPhone“ zeigt die Band, dass sie versteht, ihre noisige Musik in Richtung dreckigen Rock’n’Roll umzubiegen.

Die Referenzen, die sich bei „Out“ aufdrängen, liegen vor allem in den 80ern. Bei Bands wie Wipers, The Gun Club, Mission Of Burma. Die Nerven sind weit davon entfernt, ein Abklatsch dieser Zeit zu sein. Auf „Out“ packen sie rohe Gewalt in hin- und hergleitende, bedrohlich klingende Songs, bei denen man nicht anders kann, als mit beiden Ohren hinzuhören. Halbe Sachen ist nicht.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Nerven“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

Die Nerven live, präsentiert von ByteFM:

17.11.15 Wien (A) – Fluc
18.11.15 Dornbirn (A) – Spielboden
19.11.15 Graz (A) – Postgarage
20.11.15 Wels (A) – Youki Filmfest
24.11.15 Darmstadt – Oetinger Villa
25.11.15 Zürich (CH) – Hafenkneipe
26.11.15 Bern (CH) – Rössli
27.11.15 Erlangen – E-Werk
28.11.15 München – Funkhaus
30.11.15 Chemnitz – Atomino
01.12.15 Leipzig – Conne Island
02.12.15 Dresden – Beatpol
03.12.15 Berlin – Lido
07.12.15 Hamburg – Molotow
08.12.15 Bremen – Lagerhaus
13.12.15 Essen – Weststadthalle
14.12.15 Köln – Gebäude 9
15.12.15 Weinheim – Café Central
16.12.15 Stuttgart – Universum



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