Buraka reloaded: „Wegue Wegue“ von Pongo

Pressebild der portugiesischen Rapperin und Sängerin Pongo, deren Song „Wegue Wegue“ heute unser Track des Tages ist.

Die frührere Buraka-Som-Sistema-Rapperin Pongo ist heute solo unterwegs

„Wegue Wegue“, diesen Schlachtruf kennen manche vielleicht noch aus einem Club-Hit, mit dem sich ein portugiesisches Soundsystem 2008 einer internationalen Öffentlichkeit vorstellte. Falls es denn überhaupt ein Schlachtruf ist. Denn Buraka Som Sistema, die den Song aufgenommen hatten, sagen, diese Worte im Refrain ihrer Single „Kalemba“ bedeuteten eigentlich gar nichts. Gerappt hat die Worte zu dem Song eine in Angola geborene MC, die sich zu der Zeit „Pongolove“ nannte. Um die Jahrtausendwende herum war sie mit ihrer Familie nach Portugal gezogen, um dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat zu entfliehen. Sie landete in den Randgebieten von Lissabon, wo sich zu dieser Zeit junge Menschen, deren Eltern aus den ehemaligen Kolonien in Afrika stammten, eine eigene musikalische Stimme verschafften. Gleichgesinnte fand die Rapperin unter anderem in dem Produzenten Branko und seinem Soundsystem aus dem Vorort Buraca.

Das Buraka Som Sistema machte mit „Kalemba“ ein afrikanisches Tanzmusik-Genre international populär, dass Pongolove aus Angola kannte. Es heißt Kuduro, was „harter Arsch“ bedeutet, angelehnt an die Tanzbewegungen dieser hochenergetischen Musik. Es war ein rauer Ghetto-House-Sound aus den benachteiligten Vierteln im Lissabonner Einzugsgebiet. Aufgrund der sozialen Abschottung dominierten dort aus Afrika importierte Sounds. Dazu gehörte nicht nur der Kuduro, aber mit dessen aggressivem Sound identifizierten sich viele Jugendliche. Nun hat Pongo (ohne den Zusatz „-love“) ihren Erfolg aus dem Jahr 2008 noch einmal solo aufgenommen. Die neue Version ist vielleicht weniger räudig produziert, hat aber nichts an Energie verloren. Es ist Pongos vierte Single des Jahres.

Ein neues Album von Pongo erscheint im Februar 2022 auf Universal. Ihre Single „Wegue Wegue“ ist heute unser Track des Tages. Hört und seht sie Euch hier an:

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