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Kramladen

I Took A Trip On A Gemini Spacecraft - zum Tode von David Bowie

ByteFM: Kramladen vom 14.01.2016

Ausgabe vom 14.01.2016: I Took A Trip On A Gemini Spacecraft - zum Tode von David Bowie

„I Took A Trip On A Gemini Spacecraft“ - zum Tode von David Bowie Teil 1

Der Mann, der einst vom Himmel fiel, ist nun in den Pop-Olymp aufgestiegen. Viele Bowie-Bewunderer hielten es zunächst für einen schlechten Scherz, als die Meldung am 10. Januar, zwei Tage nach Bowies 69. Geburtstag verbreitet wurde, David Bowie sei überraschend gestorben – schließlich galt der Genius Bowie als unsterblich. Niemand ahnte, dass Bowie an Krebs erkrankt war. Nichts wurde öffentlich gemacht, dass bereits vor 18 Monaten Leberkrebs bei Bowie diagnostiziert worden war. Sein langjähriger Intimus und Produzent Tony Visconti hatte kürzlich noch zur Ankündigung des letzten Bowie-Albums „Blackstar“ geschrieben, Bowie ginge es gut. Jetzt teilte Visconti auf seiner Facebook-Seite mit, dass Bowie sein Album „Blackstar“ bewusst als Abschied konzipiert habe¬ und als sein letztes Geschenk an die Welt zu verstehen sei. Visconti: „Sein Tod war nichts anderes als sein Leben - ein Kunstwerk“.
Das „Chamäleon des Rock“, wie er noch in den siebziger Jahren tituliert wurde, wandelte sich im Laufe der Zeit zum Konzernchef eines börsennotierten Unternehmens. Die Kunstfiguren und Alter Egos aus alten Tagen von Major Tom über Ziggy Stardust und den „Mann, der vom Himmel fiel“ bis zum „Thin White Duke“, sie verschwanden allesamt in der Asservatenkammer des Bowie-Museums. Die früheren Rollenspiele waren Geschichte. Der Ich-Erzähler in den Songs seiner letzten Alben „Hours“ (1999), „Heathen“ (2002), „Reality“ (2003) und „The Next Day“ (2013) hatte mit der realen Person David Bowie sehr viel mehr zu tun als in früheren Zeiten. Berühmt wurde David Bowie nicht nur als musikalischer Verwandlungskünstler und Kultfigur der Postmoderne, sondern auch als Pionier technologischer Innovation. Er entwarf z.B. ein innovatives Computerspiel, präsentierte sein beispielloses BowieNet mit eigenem Radio-Programm, ging 1997 als erster Popstar an die Börse, brachte die ersten Musikanleihen der Popmusik an die Wall Street und schrieb im September 2003 einmal mehr Musik- und Technologie-Geschichte mit einem Livekonzert zur Veröffentlichung seines Albums „Reality“, das zeitgleich via Satellit weltweit übertragen wurde. Am 7. Dezember 2015 fand im New York City Theater die Premiere seines Off-Broadway-Musicals „Lazarus“ statt.
Am 08.01.1947 wurde David Robert Heyward-Jones, wie Bowie mit bürgerlichem Namen heißt, im Londoner Stadtteil Brixton geboren. „And I’m never ever gonna get old“, sang David Bowie nicht ohne Ironie in einem Song seines Albums „Reality“. Eine ernsthafte Herzerkrankung, die ihn im Sommer 2004 zwang, eine Tournee abzubrechen, machte deutlich, dass es nur der Mythos Bowie ist, der scheinbar niemals altert. 2006 erfreute sich David Bowie in England seit langem mal wieder eines Top Twenty-Hits. Gemeinsam mit David Gilmour sang er den Pink Floyd-Songklassiker „Arnold Layne“, zu Ehren des verschrobenen Genius Syd Barrett, der im Juli 2006 im Alter von 60 Jahren gestorben war.
„Schaue nach oben, ich bin im Himmel“, so heißt es im Text des Bowie-Songs „Lazarus“, dessen Video am Tag seines 69. Geburtstages veröffentlicht wurde. So hatte es Bowie selbst geplant. „Im Video dazu liegt Bowie in einem Krankenhausbett, am Ende verschwindet er in einen dunklen Schrank. Der Titel ‚Lazarus’ bezieht sich auf die biblische Figur, die vier Tage nach ihrem Tod durch Jesus wiedererweckt wurde.“ (dpa) Der dramatische Schlusssong seines dunklen, großartigen Abschiedsalbums trägt die Titelüberschrift: „I Can’t Give Everything Away“. Auch wenn er nicht alles preisgeben konnte (und wollte), er hat uns so viel gegeben.
Teil 2 der Bowie-Hommage im Kramladen folgt am 28. Januar.

„Kein Künstler hat den Pop über nahezu fünf Jahrzehnte so bereichert, niemand ging so radikal den Weg des kreativen Wandels wie David Bowie – meist allen anderen voraus. Während seine Weggefährten reihenweise der Versuchung erlagen, es sich im Geschaffenen bequem zu machen, blieb Bowie unkalkulierbar.“ (Frank Schätzing, der David Bowie 2009 in seinem Bestseller „Limit“ zu einer Romanfigur machte)

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Playlist

1.  L. Shankar / Darlene (Kramladen-Themamusik)
Touch Me There / Zappa Records
2.  David Bowie / Dollar Days
Blackstar / Sony Music
3.  David Bowie / Lazarus
Blackstar / Sony Music
4.  David Bowie / Where Are We Now
The Next Day / Sony Music
5.  David Bowie / China Girl
VH1 Storytellers / EMI
6.  David Bowie / Let’s Dance
Best Of Bowie / EMI
7.  David Bowie / Fall Dog Bombs The Moon
Reality / Columbia
8.  David Bowie / 5:15 The Angels Have Gone
Heathen / Columbia
9.  David Bowie / Girl Loves Me
Blackstar / Sony Music