24.09.: Spielverderber: Protestforscher

Heute morgen haben wir im ByteFM Magazin an den gestern verstorbenen Verleger und Publizisten Martin Büsser erinnert. Klaus Walter empfand seinen Tod als „großen Schock“ und betont den Verlust eines Pop-Journalisten, der seit Mitte der 90er Jahre den Musikjournalismus geprägt hat. Martin Büsser war Begründer der Bücherreihe testcard und beschäftigte sich unter anderem mit Geschlechterverhältnissen in der Musiklandschaft sowie den politischen Strömungen in Deutschland. Einen bewegenden Nachruf sowie eine ausführliche Biographie, ist auf der Internetseite des Ventil Verlags zu finden. Martin Büsser wurde nur 42 Jahre alt.

Es ist ein schwieriger Übergang von solch einem Thema in die Alltäglichkeiten der Popkultur einzusteigen. Vielleicht lässt sich daran die Veröffentlichung des Buches „Das Mädchen aus dem Song“ von Michael Heatley am ehesten anknüpfen. Heatley deckt die Geschichten der großen Lovesongs vieler Künstler wie Bob Dylan, der Rolling Stones und Oasis auf. Dass „Femme Fatale“ von Velvet Undergroung Edie Sedwgwick gewidmet ist, überrascht zwar nicht sonderlich, der Stern hält aber noch weitere Enthüllungen bereit.

Wer Sozialwissenschaften studiert kommt daran nicht vorbei: Wahrscheinlichkeit und Statistik, Signifikanz und Korrelation. Wer sich mit einer nicht-wissenschaftlichen Sichtweise mit Zufall oder Schicksal beschäftigen will, dem sei „Fooled by randomness“ von Nassim Nicholas Taleb empfohlen. In der FAZ nähert sich die Bloggerin Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia dieser Abhandlung und kann sich einen kritischen Seitenhieb auf die Trivialität nicht verkneifen. Im Seichten kann man nicht ertrinken, unterhaltsam ist es allemal.

Geschenke gibt’s heute von Trent Reznor in Form von – Überraschung! – MP3-Downloads. Der Verfechter der frei zugänglichen Musik ist am Soundtrack der Facebook-Dokumention „The Social Network“ beteiligt und stellt fünf Tracks aus dem Soundtrack zur Verfügung. Kleiner Haken: Für den Link muss man seine E-Mail Adresse angeben und erklärt sich damit einverstanden, den Newsletter zum Film zu erhalten. Nachtigall, ick hör dir japsen. Die Spex beschäftigt sich mit dem Angebot. Zudem haben Phoenix ähnliches geplant. Die Band ruft zu Remixen ihres Albums „Wolfgang Amadeus Phoenix“ auf –handschriftlich.

Die Leute gehen wieder auf die Straße! Sogar im Schwabenländle, wo doch alle so fleißig und diszipliniert sind. Oder doch etwa ehemalige 68er Revoluzzer? Im Tagesspiegel erschien ein Interview mit dem Protestforscher Wolfgang Kraushaar über den Mythos des Bürgeraufstands. Der nimmt den Wind aus den Segeln und relativiert die Demonstrationen gegen Stuttgart 21 und die AKW-Laufzeitenverlängerung. Die Bewegung sei nichts Neues und außerdem verzerre die Berichterstattung die tatsächliche Stimmungslage. Vielleicht zeigt sich die Regierung deswegen so unbeeindruckt.

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