Neue Platten: Prefuse 73 – „The Only She Chapters“

Von juliereil, 27. April 2011

Wer? – und wenn ja wie viele? Der amerikanische Musiker und Produzent Guillermo Scott Herren hat inzwischen Musik unter so vielen Pseudonymen (wie z.B. Piano Overlord, Delarosa & Asora oder Savath and Savalas) veröffentlicht, dass es in musikalischer Hinsicht berechtigt erscheint, von einer multiplen Persönlichkeit zu sprechen. Mit Prefuse 73 präsentiert Herren seit nunmehr 10 Jahren seine ganz eigene Interpretation von Hiphop. „The Only She Chapters“ ist mittlerweile sein siebtes Album im Rahmen dieses Projekts.

Was? Der Name „Prefuse 73“ bezieht sich nach Aussage von Herren auf die Prä-Fusion-Ära, als der Jazz mit Elementen aus Funk und Rock zu experimentieren begann. Eine ähnliche Experimentierfreude und Offenheit gegenüber verschiedenen musikalischen Stilen beweist auch Herren im Hinblick auf den Hiphop, der um Einflüsse u.a. aus den Bereichen Elektro, Indie-Rock, Folk und Noise erweitert wird. Was dabei herauskommt, klingt mitunter abstrakt und ein wenig aus der Zeit gefallen.

Warum? Von allen bisherigen Prefuse 73 Alben ist „The Only She Chapters“ sicherlich die Platte, die sich, obwohl sie aus einer Hiphop-Tradition entstanden ist, am wenigsten danach anhört. So ist kein einziger Rap auf der Platte zu hören. Stattdessen gibt es geballte Frauenpower: Es erklingen die sirenengleichen Stimmen von sieben verschiedenen Sängerinnen. Prefuse 73 hat auf diesem Album u.a. mit Zola Jesus, Shara Worden (My Brightest Diamond) und der kürzlich verstorbenen Trish Keenan (Broadcast) kollaboriert. Dichte Klanggewebe aus Beats und Samples werden um die weibliche Stimme auf der als Konzeptalbum angelegten Platte gesponnen, die in ihrem Stil beinahe orchestral wirkt. Das „Ewig-Weibliche“, um das es Prefuse 73 hier thematisch zu gehen scheint, darüber könnte man Stunden philosophieren oder sich diese 18 Tracks anhören, die in manchen Momenten etwas überambitioniert und langatmig wirken. Nichtsdestotrotz ist die Platte ein interessanter genreerweiternder Beitrag, für den es ein „Bo selecta!“ gibt.

Label: Cooperative Music | Kaufen

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