Neue Platten: She & Him – „A Very She & Him Christmas“

Von kathy

(Domino)(Domino)

5,8

Ende September ist es plötzlich jedes Jahr wieder so weit: Lebkuchen und Spekulatius stapeln sich nebeneinander im Supermarkt-Regal und spätestens, wenn beim Warten an der Kasse „Last Christmas“ erklingt, weiß man: Bald ist Weihnachten!

Bei uns zu Hause gibt es jedes Jahr an Weihnachten die gleiche Diskussion, was man denn am besten für Musik hört, die für alle gleichermaßen erträglich ist. Sowohl für die an Klassik gewöhnten Eltern als auch die Teenager-Nichten und -Neffen.

„A Very She & Him Christmas“ ist dafür das perfekte Konsens-Album. She & Him, das ist eines der reizenden Duos der derzeitigen Musikszene. Da wäre „She“: Zooey Deschanel, dieses zarte Bambi-Wesen, mittelmäßig erfolgreiche Schauspielerin, Ex-Frau von Death-Cab-For-Cutie-Sänger Ben Gibbard, der Traum diverser Männer, mit dem doch aber auch so viele Frauen gerne befreundet wären, weil sie auch irgendwie so harmlos aussieht. Und dann wäre da noch „Him“: M. Ward, der etwas verschrobene und unauffälligere amerikanische Singer-Songwriter. Gemeinsam haben die beiden bereits zwei Alben aufgenommen. Diese klingen nach einer schönen, luftigen, vergessenen Zeit, nach frisch gebackenen Keksen, nach singenden Vögeln und tanzenden Eichhörnchen.

Ich gebe zu, dass Weihnachten mir eigentlich meist relativ egal ist. Eigentlich!

Doch dieses Album lässt unerwarteterweise Weihnachtsstimmung aufkommen und wie der Albumtitel bereits andeutet, bietet es einfach wunderbare „She & Him Weihnachten“. Dabei ist es so zuckerwattensüß, dass es einen einfach erwischt. „You had me at frosted window panes“ würde man sagen, so beginnt nämlich der erste Song des Albums: „Christmas Waltz“. Frank Sinatra sang diesen Song einst, aber auch Zooey Deschanel singt ihn so herzallerliebst: „It’s that time of year when the world falls in love / Every song you hear seems to say Merry Christmas“ heißt es und da schmilzt das Herz eines jeden Grinches und Weihnachtshassers.

Auf diesem Album sammeln sich die Klassiker der Weihnachtssonggeschichte: “Have yourself a Merry little Christmas”, sang Judy Garland in „Meet Me In St. Louis”. Und so weiter: „The Christmas Song“, „Rockin‘ Around The Christmas Tree“ und der Beach-Boys-Klassiker „Little Saint Nick“. Das ist doch ein wunderbares, harmloses Konsens-Album, das man am Weihnachtsabend mit seinen Liebsten unterm Baum hören kann. Aber auch das Indie-Herzchen hüpft ein wenig und kann sich an den eher schneearmen Tagen wenigstens musikalisch schon mal auf Weihnachten einlassen.

She & Him – Christmas Day by MergeRecords

Label: Domino | Kaufen

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Diskussionen

1 Kommentar
  1. posted by
    Hardy
    Jan 6, 2012 Reply

    ..5.8 ist doch eher schlecht, oder? Warum tut der Text dann so, als wäre dieses Album DAS perfekte Weihnachtsalbum?

    Mit der 5.8 jedenfalls geh ich d’accord. Solche hübsches-Hipster-Girl-mit-zarter-Stimme-und-coole-Indietype gibt es doch mittlerweile wie Sand am Meer. Sollte man eher mal fragen, warum so etwas derart beliebt ist zur Zeit. Und bei der Weihnachtsplatte ist das doch dann genau so, wie beim ganzen Rest dieser Junge-Mädchen-Bands: lau, langweilig, soll irgendwie ergreifen, dafür fehlt aber jegliche Tiefe..

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