Ninja Tune – "XX"

VÖ: 17.09.2010
Web: http://www.ninjatunexx.net/
Label: Ninja Tune

Nachdem Warp Records im letzten Jahr das 20-jährige Bestehen feierte, lässt es nun ein weiteres Kult-Label zu seinem runden Geburtstag ordentlich krachen.

„Despite the title, none of it will be porn“, enttäuscht Ninja Tune all diejenigen, die glaubten, das Label würde auf http://www.ninjatunexx.com/ seinen 20. Geburtstag mit Nutten und Koks begehen. Stattdessen verschenkt das Label auf der Webseite seltene Tracks und Remixe. 20 Wochen, 20 Downloads, jeweils nur für sieben Tage freigeschaltet. So wird die Zeit heruntergezählt bis zur Veröffentlichung der großen Jubiläumskompilation, der „Ninja Tune XX Box“ am 17. September. Der Inhalt: zwanzig Jahre Musikgeschichte verpackt in aufwändigem, videospielähnlichem Design.

Die Werkschau umfasst sechs CDs, von denen zwei ausschließlich in dieser Box erhältlich sind sowie sechs 7inches, ebenfalls nur mit dem Kauf des Gesamtpakets habhaft zu werden. Auf all diesen Tonträgern finden sich neue oder noch unveröffentlichte alte Tracks und Remixe des Labels. Dazu liefert das Label ein von NME-Autor Stevie Nicks geschriebenes Ninja-Tune-Buch und noch allerlei Klimbim – darunter ein Poster mit dem Ninja-Tune-Stammbaum.

Im Vordergrund steht jedoch die Musik. „Von Anfang an sollte Ninja Tune ein psychedelisches Raumschiff sein, mit dem wir dem Sumpf der Musikindustrie entkommen wollten“, sagte Jonathan More gegenüber ByteFM Moderator Ruben Jonas Schnell. Als der ehemalige Kunstlehrer More das Label im Jahr 1990 zusammen mit Matt Black aus der Taufe hob, war dies ein Ventil, um der angestauten Frustration Herr zu werden. Die beiden hatten damals als DJ-Team Coldcut mit der Produktion von Pop-Acts wie Lisa Stansfield veritable Chart-Erfolge verbuchen können, die eigene Kreativität blieb aber auf der Strecke. „Die Plattenfirmen wollten, dass wir unsere Musik und unseren Namen änderten – und das wollten wir auf keinen Fall. Wir wollten lieber unser eigenes Ding machen: experimentieren, und uns mit Musik beschäftigen, die uns wirklich interessiert. So wurde Ninja Tune geboren.“

Gegen die Restriktionen und Direktiven der Musikindustrie kämpft Ninja Tune nun schon seit 20 Jahren. Gerade diese Freiheit, sich keine stilistische Grenzen setzen zu müssen, schuf und schafft den Nährboden für Experimente, Kreuzungen und die Miterfindung ganzer Genres, wie die des TripHop, Future Jazz oder IDM (Intelligent Dance Music). Mit dem Sub Label Big Dada hat sich Ninja zudem auf Experimental HipHop spezialisiert. Der jüngste Ableger Counter Records wächst in eine rockigere Richtung.

Auch wenn es somit innerhalb des Labels eine grobe Einordnung gibt, hebt Ninja Tunes die kreative Unabhängigkeit der Künstler hervor – und ebenso deren Privileg, sich keinem kommerziellen Druck beugen zu müssen.

Das genreübergreifende Künstlerverzeichnis ist Markenzeichen des britischen Musiklabels – und ein Who is Who der internationalen Musikszene: Bonobo, Amon Tobin, Kid Koala, DJ Vadim oder Roots Manuva zählen zur Ninja-Tune-Familie.

Bas ByteFM Album der Woche – mit freundlicher Unterstützung von Panasonic.

Jeden Tag spielen wir im ByteFM Magazin einen Song aus unserem Album der Woche. Außerdem stellt Marcus Maack das Label in einem Ninja Tune Special von Back To The Basiscs am Donnerstag um 21 Uhr ausführlich vor. Wie gewohnt folgt eine weitere Hörprobe am Freitag ab 13 Uhr in Neuland – der Sendung mit den neuen Platten.

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